Teil eines Werkes 
2 (1933) Von der Zeit des Kaisers Konstantin bis auf die Neuzeit
Entstehung
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Gotisch-byzantinisches Ringen um Italien 526 568 621

Das gleiche Ende ward durch einen Ausfall dem Angriff aufdas salarische Tor bereitet. Hoch schlugen auch hier die Flam-men der angezündeten Sturmmaschinen in die Luft.

So war der Sturm überall abgeschlagen und zwar mit furcht-barem Verlust der Goten.

Deren eigene Führer gaben ihren Verlust auf 30 000 Toteund mehr als 60 000 Verwundete an.

Beiisar aber schickte einen großen Teil der wehrunfähigenEinwohner Roms zu Schiff nach Neapel und Sizilien, der Gefahrder Aushungerung zu begegnen. Erst nachdem dies geschehen,besetzte Vitiges den Hafen Portus, den Belagerten den Seewegfür Zufuhr abzuschneiden. In den folgenden Ausfällen und Ge-fechten, die oft auf dem neronischen Felde spielten, erlagen dieGoten meistens den berittenen hunnischen Bogenschützen, denensie eine gleiche Waffe nicht entgegenzustellen hatten. IhrePfeilschützen fochten nur zu Fuß. Sie vermieden daher zuletztalle Kämpfe und trachteten nur durch sorgfältige Absperrungaller Lebensmittel die Stadt zur Übergabe zu zwingen. Auchstieg im Laufe des Sommers die Not in Rom durch Seuchen undHunger.

Da gelang es dem Prokop, den Auftrag Beiisars, unterstütztdurch dessen Gattin Antonina, erfolgreich durchzuführen, Schiffemit Lebensmitteln von Neapel nach Ostia zu bringen, welchedurch die Linien der durch Ausfälle beschäftigten Belagerer hin-durch glücklich in die Stadt geschafft wurden.

Die Goten, durch das Schwert, mehr noch durch Seuchenund Hunger furchtbar gelichtet, suchten vergeblich durch Ge-sandte zu Byzanz, günstigen Frieden zu erwirken.

Das Heer begann, gegen Vitiges zu murren. Es wurde einWaffenstillstand geschlossen, aber von beiden Teilen gebrochen.Der Mangel von Lebensmitteln in der gänzlich ausgesogenen Cam-pagna war unerträglich geworden. Schlechte politische Nachrich-ten kamen aus Ravenna, wo des Königs von ihm zur Ehe gezwun-gene Gemahlin Mataswintha mit Byzanz konspirierte.