626 Vom Tode des Honorius bis zu den Langobarden
VIII.
Nachdem König Ildebald von der Hand eines durch ihn be-leidigten Goten gefallen war, nachdem dann der hierauf (541)zum König gewählte Erarich, ein Angehöriger des Stammes derRugier, untauglich befunden und gleichfalls aus dem Wege ge-räumt war (541), erhoben die Goten einmütig den als tapferstenund tatkräftigsten aller Goten angesehenen jungen Totila, einenBruderssohn des Ildebald, auf den Königsschild.
Sie versuchten nunmehr unter Totilas Führung ener-gisch von den wenigen Punkten im Norden aus, die noch inihrem Besitze waren, die Wiedereroberung Italiens .
Die im unaufhörlichen Wechsel geschüttelten BewohnerItaliens wurden jetzt mehr den beharrlichen und gesitteten Go-ten, als den zügellosen Kaiserlichen geneigt.
Nachdem Totila ganz Campanien unterworfen hatte, bracher am Ende des Winters 543/544 nach Rom auf.
Jetzt kam die Kunde, daß der Kaiser Justinian den FeldherrnBeiisar aus dem persischen Kriege abberufen und ihn zum zwei-ten Mal zum Oberbefehlshaber in Italien gemacht habe.
Während Bessas an den Küsten des adriatischen Meeres mitAnwerbung von Truppen Zeit verlor, erschien Totila in der NäheRoms.
Die feste Stadt Tibur gewann er durch Verrat. Hier lagdie isaurische Besatzung mit den Eingeborenen in Streit, unddiese ließen Nachts die Goten ein.
Die Goten behandelten Tibur schonungslos. „Sie erstachendie Bürger, selbst den Bischof und die Geistlichkeit.“
Totila ließ dann in Tibur eine Besatzung zurück, machte sichzum Herrn des obern Laufs des Tiberflusses, und schnitt dadurchden Römern die Verbindung mit Tuscien ab.
IX.