Teil eines Werkes 
2 (1933) Von der Zeit des Kaisers Konstantin bis auf die Neuzeit
Entstehung
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Gotisch-byzantinisches Ringen um Italien 526568 627

Bessasdessen niedriger Geiz die Bürger fast mehr als die Be-lagerung erschöpfte.

Beiisar, zum Entsatz zu schwach, nahm eine feste Stellungan der Mündung des Tiber ein.

Lange hielt sich die Stadt Rom , obgleich die ärmeren Be-wohner schon Katzen, Mäuse, Gras und Nesseln aßen.

Endlich gelang es Totila , durch Verrat in die Stadt zu drin-gen. Vier isaurische Schildwachen, mit Bessas unzufrieden, halfen.Sie zogen in der Nacht zum 17. Dezember 546 einige Goten anSeilen auf die Mauer, worauf diese von innen das asinarische Toröffneten, durch welches die Heermassen der Goten sofort eindran-gen.

Totila aber, eine Hinterlist fürchtend, blieb mit seinemHeere in geschlossenen Gliedern bis zum Anbruch des Tages inden Straßen stehen. Nachdem der König sich überzeugt hatte,daß die griechische Besatzung die Flucht ergriffen hatte,ginger ruhig in die Peterskirche, als ein guter Christ sein Dankgebetzu verrichten, indeß seine Goten plünderten.

Die Stadt war beinahe menschenleer.Was nicht demSchwert oder Hunger und Seuchen erlegen war, hatte sich ge-flüchtet oder verborgen. Patricier schlichen im Sklavenanzugumher.

Die Plünderung war eine meist unblutige. Doch verzehrteFeuer manche Häuser, namentlich im transtiberinischen Viertel.

Als König Totila am Tage nach dem Einmarsch sein Pleerund die Reste des Senats um sich versammelte, ersterem dieschweren wie die glücklichen Geschicke des gotischen Volkes vor-hielt, letzterem den Undank der Römer vorwarf, bat der DiaconusPelagius, um Barmherzigkeit für das römische Volk. Der Königsagte sie zu und hielt Wort.

Als Totila von Fortschritten der Griechen in Lucanien hörte,beschloß er, dorthin zu eilen, vorher aber die Mauern der Stadtund die großen Gebäude, die als Castelle benutzt wurden, zu zer-stören, damit die Feinde sich darin nicht festsetzen könnten.