Teil eines Werkes 
2 (1933) Von der Zeit des Kaisers Konstantin bis auf die Neuzeit
Entstehung
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628 Vom Tode des Honorius bis zu den Langobarden

Er hatte gedroht, Rom der Erde gleich zu machen und schonden dritten Teil der Mauern niederreißen lassen, als Beiisar, dersich noch in der Hafenstadt befand, ihn brieflich ermahnte,diegrößte und sehenswerteste Stadt, welche die Sonne bescheine,nicht von der Erde zu vertilgen.

Totila , empfänglich für die Stimme der Menschlichkeit undMilde, ließ mit dem Zer stör ungs werke innehalten.

Aber als Totila nach Lucanien abzog, führte er die vornehm-sten Senatoren und Bürger als Geiseln mit sich, während er dieübrigen Einwohner sämtlich nach Campanien auswandern ließ.

Es wird von den Schriftstellern einhellig gesagt, daß Totila eine Einöde zurückließ. Griechische Berichte sagen, Totila habedie Römer gefangen in die Campagna geführt und Rom habevierzig Tage lang von Bewohnern leer gestanden, nur eine Zu-flucht der Tiere. An der wörtlichen Richtigkeit dieses Be-richts zu zweifeln sind wir nicht in der Lage.

Wir sehen Rom für einige Wochen wirklich menschenleer.

Nach einigen Wochen rückte Beiisar in Rom ein, ließ in größ-ter Geschwindigkeit die Mauern wieder ausfüllen, und vollendetebinnen fünfundzwanzig Tagen eine neue Befestigung.

Von der Campagna zogen die dorthin zerstreuten Römer indie Stadt,*) und gaben ihr den Schein einer Bevölkerung wieder.

X.

Kaum hatte Totila gehört, der Feind sei in Rom eingerückt,als er in Eilmärschen von Apulien nach Rom zurückkehrte, wo erdie Griechen noch an den Toren arbeitend fand. Er selbst hattezuvor die Torflügel mit sich geführt oder zerstört, und sie zuersetzen, war in Eile nicht möglich. Statt ihrer versperrten nundie Krieger selbst mit ihren Schildern und Lanzen die Eingänge.

Die Goten blieben die Nacht in ihrem Lager am Tiber . AmMorgen warfen sie sich gegen die Mauern und die Sperrverschan-

*) Procop schreibt:aus Sehnsucht in Rom zu wohnen (Trj; te svTd>u T| ooopsoK sruSvjxiä).