Gotisch-byzantinisches Ringen um Italien 526—568 629
zungen. Aber nach einem den ganzen Tag über ununterbrochenwährenden Kampf sahen sie sich mit einbrechender Nacht ge-nötigt, in ihr Lager am Tiber zurückzuweichen.
Als sie am folgenden Morgen zu neuem Sturme vorrückten,fanden sie die Mauern mit Schützen mit neuen sehr wirksamenVerteidigungsmaschinen (tribuli,TpißoXol) besetzt, (wahrscheinlichSteinschleudermaschinen).
Erst die Nacht machte auch dem zweiten Sturm ein Ende.
Nicht minder unglücklich fiel ein dritter Sturm aus, wel-chen Totila nach mehreren Tagen unternahm.
Seine königliche Fahne war nur mit Not aus den Händender Feinde gerettet worden.
Er zerstörte jetzt die Brücken über den Anio und zog mitseiner ganzen Macht nach Tibur, das er befestigte.
So fand Beiisar Muße, die Tore Roms mit erzbeschlagenenFlügeln zu schließen,*) und zum zweiten Mal und mit noch grö-ßerem Ruhme konnte er die Schlüssel der Stadt als Trofäen nachConstantinopel schicken.
Diese Vorgänge, deren Zeitpunkt bestritten ist, müssen vordem Winter 547/548 stattgefunden haben. Abweichend von demBericht des Procop muß Totila vor Beginn des Winters Tiburverlassen und sich nach Süditalien gewendet haben.
*) Gregorovius (Gesch. d. St. Bd. I S. 433) schreibt: „Die Mauern sinddie Denkmäler Beiisars in Rom ; sie haben seinen Namen unsterblich gemacht,nicht weil er sie wiederherstellte, sondern weil er sie mit so bewunderns-würdigem Genie zweimal verteidigt hat. Es scheint, daß er auch die Wasser-leitungen herstellte und Rom den Gebrauch der Bäder wiedergab; aber nurdie einzige Trajana scheint wirklich von ihm restauriert worden zu sein,weil sie wegen des Betriebs der Mühlen unentbehrlich war. Die großen Ko-sten für die Wiederherstellung der übrigen Aquaedukte konnten nicht mehrbestritten werden. Wenn man daher von der Trajana und einigen späterenkümmerlichen Herstellungen absieht, so hörten seit der Zerstörung durch dieGoten im Jahre 537 die Aquaedukte auf, Wasser nach Rom zu senden, unddie wasserreichste Stadt der Welt war Jahrhunderte lang auf den Tiber , aufCisternen und wenige Quellen beschränkt, wie in den Zeiten ihrer erstenKindheit.“
Gregorovius führt dazu an: Alberto Cassio „Corso delle acque antiche“,Roma 1756.