630 Vom Tode des Honorius bis zu den Langobarden
Daraufhin verließ Beiisar, auf Befehl Justinians, Rom , des-sen Verteidigung der Kaiser dem General Konon übertrug.
In Süditalien bekämpfte Totila mit Glück die griechischenTruppen. Beiisar wurde durch Justinian nach Constantinopel zu-rückberufen (548). Nach Rom kehrte er niemals wieder zurück.
XI.
In einem der ersten Monate des Jahres 549 brach Totila zumdritten Mal nach Rom auf.
Den General Konon hatte die Besatzung umgebracht, in Er-bitterung über seine Habsucht.
Es lag jetzt Diogenes in der Stadt, mit 3000 Mann, eintapferer und erfahrener Befehlshaber. Er hatte die Speicher ver-sorgt, und sogar die weiten öden Strecken innerhalb der Mauernmit Korn besäen lassen.
Kaum stand Totila vor Rom , so gingen die Goten aus ihremLager, unterhalb S. Paul am Fluß mit Stürmen gegen die Mau-ern vor. Sie wurden mit großer Stärke zurückgewiesen. Eine la-sche Eroberung erschien ausgeschlossen.
Aber auch diesmal öffnete Verrat dem Totila die Tore.
Es lagen Isaurier im Tor von S. Paul. Dieselben warenüber lange Soldrückstände aufgebracht. Von den Belohnungenihrer Landsleute, die ehedem den Gotenkönig eingelassen hatten,zur Nachahmung gelockt, boten sie ihre verräterischen Dienstean. Totila stellte in einer Nacht sein Heer in der Nähe jenesTores auf. Er ließ Musiker auf zwei Kähnen den Tiber hinauf-rudern und befahl diesen, an einer entfernten Stelle mit Macht indie Trompeten zu stoßen.
Während nun die Truppen in Rom , von dem plötzlichenKriegslärm aufgeschreckt, an die scheinbar bedrohte Stelle eilten,öffnete sich das Tor S. Paul, und die Goten stürzten in die Stadt.
Was ihnen entgegenkam, wurde niedergehauen; die Griechenentflohen auf der aurelischen Straße nach Centumcellae , wo sie ineinen bereit gehaltenen Plintcrhalt fielen, so daß der verwundeteGeneral Diogenes nur mit Mühe entrinnen konnte.