Päpstliche Friedensvermittlung
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meister der Langobarden, unter deren Schwertern das römischeVolk sein Leben nur erhalte, indem es die Kirchen jeden Tagverkaufe.“
Dem Vorstoß Agilulfs war eine merkwürdige Episode vor-hergegangen.
Der Exarch Romanus war 592 nach Rom gekommen undhielt dort seinen Einzug. Darüber wird berichtet: Die Römer,Volk und Clerus, Körperschaften mit ihren Fahnen, und fernerdas Heer, gingen ihm entgegen. Vom Lateran, wo der Papst denExarchen empfing, ging es im feierlichen Zuge nach dem Palatin,wo der Exarch Wohnung im alten Cäsarenpalast bezog. Romanusempfing die Ehren des Kaisers, den er vertrat.
Das Volk war durch sein Verhalten tief enttäuscht. Er gabkeinerlei Feste oder Spiele, und kam mit leeren Händen. Abermehr noch, er erpreßte Gold aus dem Schatze der Kirche. Nachkurzem Aufenthalt verließ er Rom . Er nahm mit sich die sämtli-chen griechischen Soldtruppen, mit Ausnahme des schlechtbesol-deten Regimentes der Theodosianer. Die von Rom ausgezogenenTruppen nahm er nach anderen von den Langobarden bedrohtenStädten, wie nach Narni und Perugia .
Das romfeindliche Verhalten des Romanus reizte den Agilulfzum Kriege gegen Rom und dessen Belagerung.
Nachdem es Gregor durch persönliches Verhandeln mit Kö-nig Agilulf gelungen war, die Abkehr Agilulfs von dem belager-ten Rom zu erreichen, vereinbarte der Papst mit Agilulf eineWaffenruhe, gegen jährliche Zahlung von 500 Pfund Gold an denLangobardenkönig.
Diese Vereinbarung wurde durch den Kaiser wie durch denExarchen für nichtig erklärt, und der Krieg wurde weiter fort-gesetzt.
Gregors größtes Bemühen war es nunmehr, einen dauerndenFrieden mit den Langobarden zustande zu bringen, indem er gleich-