672 Vom Einbruch der Langobarden bis auf Karl d. Gr.
Das Frankenheer, welches im Jahre 584 unter König Childe-bert nach Italien hinabstieg, kehrte auf das gütliche Zureden desLangobardenkönigs Autharis (Gemahl der Theodelinde) unter Ab-schluß eines Friedenvertrages um.
Im Jahre 590, als König Childebert auf Aufforderung desKaisers Mauritius gegen den Langobardenkönig Autharis nachItalien und gegen Rom zog, kehrte er alsbald um, dieses Mal, wieberichtet wird, wegen der Hungersnot und der Seuche, welche dieTruppen hinraffte, ohne daß Hülfe möglich war.
Im Jahre 593, als der Langobardenkönig Agilulf die lango-bardisch gewordene Feste Perugia , welche sich gegen die Erobererempört hatte, wieder erobert hatte, zog er gegen Rom , schloßdieses ein und belagerte es, aber es wird gemeldet, daß die Belage-rung bald aufgehoben wurde infolge von Verhandlungen in Rom.bei denen zwischen Papst. Gregor und der Königin Theodelinde gewechselte Briefe eine Rolle gespielt haben sollen. Der Papsthatte die Aufhebung der Belagerung wiederum erkauft.
Über die Belagerung selbst wird berichtet:
„Agilulf belagerte Rom , aber ohne Nachdruck; denn wiehätte ihm die Stadt widerstehen können, welche nach dem eige-nen Ausspruche Gregors „ohne zahlreiches Volk und ohne Bei-stand der Truppen“ nur auf den Schutz des Apostels Petrus oderGottes angewiesen war? Wenn der Papst zu den Zinnen der alters-schwachen Mauern Aurelians und Beiisars emporstieg, so konnteer mit Augen sehen, wie die Römer, Hunden gleich zusammen-gekoppelt, von den Langobarden fortgeführt wurden, um nachGallien in die Sklaverei verkauft zu werden; und mancher Anlaufgegen die Tore mochte ihn erschrecken, während der Präfekt Gre-gor und Magister Militum Castorius, die einzigen kaiserlichenBeamten von Rang in Rom , die zweifelhafte Verteidigung leiteten.Nicht ihrer Wachsamkeit, noch der Ausdauer der Bürger, sondernwohl dem Säckel der Kirche war der endliche Abzug des Feindeszu verdanken, und Gregor nannte sich in einem späteren Schrei-ben an die Kaiserin Constantia mit ironischem Seufzer den Zahl-