Teil eines Werkes 
2 (1933) Von der Zeit des Kaisers Konstantin bis auf die Neuzeit
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684 Vom Einbruch der Langobarden bis auf Karl d. Gr.

Die christliche Kirche liebte es, in die zum Gottesdienst ver-wandtenTempel solcheHeilige einzusetzen, welche den daraus ver-jagten Göttern einigermaßen entsprachen. So war der angeblicheTempel der Zwillingsbrüder Romulus und Remus den ZwillingenCosma und Damianus geweiht worden. So hatte die heilige Sa-bina die Göttin Diana vom Aventin vei'drängt, und so wurdendie beiden heiligen Militärtribunen Sebastian und Georg dieNachfolger des Kriegsgottes Mars.

Bonifatius lehnte sich an die Tradition an: die große MutterCybele wurde durch die neue magna mater verdrängt, und derTempelaller Götter in eine Kirchealler Märtyrer ver-wandelt.

Der schönste Bau des alten Rom hatte seine Rettung derKirche zu verdanken, die sich fortan seiner zu ihrem Kultus be-diente.

Die neue Kirche galt wegen ihres Alters, ihrer Schönheitund Heiligkeit den Römern seither als das Kleinod ihrer Stadt,und blieb das eifersüchtig gehütete Eigentum der Päpste. Nochim XIII. Jahrhundert beschwor jeder Senator Roms , daß erneben dem S. Peter, der Engelsburg und anderen päpstlichenDominien auch die S. Maria Rotunda dem Papst erhalten werde.

III.

Bonifatius IV. starb im Mai 615. Fünf Monate späterwurde der Römer Deusdedit (Adeodato), Sohn des SubdiaconusStephan, zum Papst gewählt.

Deusdedit starb am 8. November 618, wahrscheinlich ander Pest.

Ehe noch sein Nachfolger, der Neapolitaner Bonifatius V. ,(619625) ordiniert war, brach eine Revolution in Ravenna aus.

Ihr Haupt war der Exarch Eleutherius. Derselbe warf sichzum Kaiser in Italien auf, und zog nach Rom , um sich der Stadtzu bemächtigen. Aber seine eigenen Truppen töteten ihn imCastell Luceoli. Sie sandten seinen Kopf nach Constantinopel.