Teil eines Werkes 
2 (1933) Von der Zeit des Kaisers Konstantin bis auf die Neuzeit
Entstehung
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,Rom und Byzanz 604 bis 715

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derasien gegen das Kaisertum mächtig vordrang, entstand in demHeer zu Rom und in den umliegenden Castellen, gleichzeitig aberauch in der byzantinischen Beamtenschaft zu Rom , eine neueBewegung, welche sich gegen Byzanz richtete.

Derselbe Chartular Mauritius, welcher den Papst Severinusim Lateran belagert hatte, erhob sich mit dem stadtrömischenHeere und mit den Besatzungen der Castelle gegen den Exarchen,von dem er behauptete, daß er ein selbständiges Königreich be-gründen wolle. Isaak aber behandelte ihm als Rebellen und sen-dete einen seiner magistri militum, den sacellarius Donus , mitdem Ravennatischen Heere gen Rom .

Mauritius wurde von seinem Anhänge verlassen, floh in dieKirche S. Maria Maggiore, wurde aber aus der Kirche ge-schleppt und mit seinen Spießgesellen, eine Schlinge um den Hals,auf der Straße nach Ravenna fortgetrieben, noch bevor er aberRavenna erreichte, bei Ficoclae (Cervia), gemäß dem Aufträgedes Exarchen, vom Leben zum Tode befördert. Sein Hauptwurde im Circus von Ravenna auf einem Spieß aufgepflanzt,seine Genossen wurden in den Kerker geworfen. Bevor aber derExarch Isaak über die Strafe entschieden hatte, die über dieRebellen verhängt werden sollte, starb Mauritius .

Die Gefangenen wurden jetzt freigelassen.

VI.

Martin I. (649655), aus dem umbrischen Ort Tüder, demheutigen Todi, stammend, wurde im Juni oder Juli 649 zumPapst gewählt. Die Geistlichkeit Roms ordinierte ihn, ehe erdie kaiserliche Bestätigung erhalten hatte.

Im Jahre 648 hatte Kaiser Constans II. (641668) den so-genanntenTypos erlassen, ein Edikt, wodurch der gesamtenChristenheit Stillschweigen auferlegt wurde über denStreit deseinen oder der zwei Willen.

Der Kaiser hatte von Martin, dem neuen Papst, die Aner-kennung dieses Ediktes verlangt, welche Martin verweigerte.Er hatte deshalb den neuen Exarchen Olympios nach Italien