704 Vom Einbruch der Langobarden bis auf Karl d. Gr.
und zwar während Constantin auf der Reise nach Constantinopelbegriffen war. Diese Unterredung muß einen friedfertigenCharakter gehabt haben. Jedenfalls setzte der Papst seine Reisefort, anscheinend ohne zu befürchten, daß der Exarch in Italien Gewalttaten vorhabe. In Wirklichkeit aber ging Rizokopos vonNeapel nach Rom und ließ hier eine Anzahl der vornehmstenpäpstlichen Würdenträger ohne Prozeß umbringen. Es scheintdaß die Veranlassung hierfür Nachrichten gewesen sind, welcheRizokopos erst in oder nach Neapel hinsichtlich der Revolutionin Ravenna und über die Beteiligung römischer Würdenträgerdaran empfangen hatte.
Als Johannes Rizokopos nach Ravenna kam, war die Revo-lution zu lohenden Flammen entfacht.
Rizokopos fand im Kampfe mit der Miliz einen schmähli-chen Tod.
Von der Entwicklung der ravennatischen Revolution kennenwir keine Einzelheiten. Wir wissen aber daß der Aufstand zwarvollen Erfolg hatte, dann aber später ein Rückschlag erfolgte,welcher dem Kaiser noch einmal die Herrschaft gab.
XIII.
Wir nehmen den Faden unserer Darstellung des Pontifika-tes Constantins wieder auf.
Justinian zeigte sich bemüht, mit dem Papst Constantin einfreundliches Verhältnis zu gewinnen.
Es ist hierzu zu bemerken, daß Justinian die im Jahre 694,kurz vor seinem eigenen Sturze, in Rom seinem Protospatharwiderfahrene Schmach offenbar in keiner Weise dem Papste aufdie Rechnung gesetzt hatte, sondern lediglich den dabei maßge-bend beteiligten Ravennaten.
Justinian forderte im Jahre 710 den Papst auf, zu ihm nachByzanz zu kommen um die schwebenden Streitigkeiten zu besei-tigen.