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und Bischöfe die eifrigsten Förderer des römischen Cultus ge-worden. Sie bauten Kirchen und Klöster, worin langobardischeMönche die Wissenschaften pflegten.
Auf Papst Johann VII. folgte der Syrer Sisinnius . Dieserregierte 20 Tage (708). Der Tod verhinderte ihn an der Ausfüh-rung seines Planes, die in tiefen Verfall geratenen Stadtmauernherzustellen.
Sein Nachfolger Constantin (708—715), gleichfalls ein Sy-rer, wurde am 25. März 708 geweiht.
Constantin führte ein sehr ereignisvolles Pontifikat.
XII.
Wir berichten zunächst über das Schicksal der Stadt Ra-venna und zwar für die Zeit des Pontifikates des Papstes Con-stantin bis zum Tode des Kaisers Justinian II .
Bald nach Beginn des Pontifikates Constantins schickte Ju-stinian seinen sicilianischen Generalissimus, den Patricius Theo-dorus, mit einer Flotte gegen Ravenna. Diese Flotte ging in ei-ner der Pomündungen vor Anker. Dort lockte Theodorus durchList Jen Erzbischof von Ravenna und eine Anzahl der vornehm-sten Ravennaten auf die Schiffe, ließ sie dort sämtlich in Kettenlegen und schickte sie nach Konstantinopel, wo der Erzbischofgeblendet und nach den Pontus deportiert, die Übrigen hingerich-tet wurden. Theodorus wendete sich dann mit seinen Trup-pen nach Ravenna. Er ließ die Stadt plündern, einen gro-ßen Teil der Bürger niedermetzeln. Seine Absicht, die Stadtbesetzt zu halten, konnte aber Theodorus nicht aufrecht erhaltenangesichts der aufständischen Haltung der Bürger und der gutorganisierten Miliz, deren Stimmung äußerst gereizt war.
Im Herbst des Jahres 710 schickte Justinian wiederum einenExarchen nach Ravenna, den Johannes Rizokopos, um die Stadtzur Botmäßigkeit zu bringen. Die näheren Umstäde sind nichtbekannt.
Wir wissen, daß auf dem Wege nach Ravenna Rizokopos inNeapel eine Zusammenkunft mit Papst Constantin gehabt hat,