702 Vom Einbruch der Langobarden bis auf Karl d. Gr.
hat, wie wir erfahren, während des Pontifikats Johannes VI. einefeindselige Stellung gegen Rom genommen, deren Veranlassungund Inhalt wir nicht kennen. Wir wissen aber, daß er den Exar-chen Theophylact von Sicilien nach Rom schickte, daß darauf dieMilizen aus den italienischen Provinzen sofort zum Schutze derStadt vor Rom zogen.
Es wird ferner gemeldet daß jene Milizen vor den Mauernder Stadt lagerten, während in Rom selbst das Volk in Aufruhrwar und daß darauf der Papst die Tore schließen ließ, durch sei-nen Abgesandten die Milizen draußen zum Abziehen bestimmte,das aufgeregte Volk drinnen beruhigte.
Nach dem ganzen Zusammenhänge beruhte das Verhaltendes Papstes, der Tradition des letzten Jahrhunderts entsprechend,darauf, daß er an der legitimen Autorität des Reiches und desKaisers festhielt, bestrebt, Revolutionen durch die päpstliche Ver-mittelung zu vermeiden.
Von einem kaiserlichen Dux und von Senatoren in Rom istin dieser Zeit keine Rede. Es ist der Papst, welcher statt desgriechischen Befehlshabers handelt, den Frieden durch seineGeistlichen vermittelt, und denselben gegebenenfalls mit demSchatz der Kirche erkaufte.
Johann VI. starb im Januar 705, und hinterließ den StuhlPetri einem Griechen, welcher am 1. März als Johann VII.(705—707) ordiniert wurde.
Unter der Regierung dieses Papstes stellte sich das friedlicheVerhältnis zu den Langobarden wieder her. Der König Ari-bert gab der römischen Kirche sogar urkundlich die Güter in denCottischen Alpen zurück, welche seine Vorgänger in Besitz ge-nommen hatten. „Die mit goldenen Lettern geschriebene Schen-kungsurkunde, eine der ältesten dieser Art, ward nach Rom ge-sandt.“
Die Wildheit des Volks der Langobarden war durch die mildeNatur und die Bildung Italiens allmählich gezähmt. Vom Aria-nismus zum katholischen Glauben bekehrt, waren seine Fürsten