Teil eines Werkes 
2 (1933) Von der Zeit des Kaisers Konstantin bis auf die Neuzeit
Entstehung
Seite
708
Einzelbild herunterladen
 

708 Vom Einbruch der Langobarden bis auf Karl d. Gr.

Kapitel VII.

Von Papst Gregor II. bis Paul I.715 bis 757.

i.

m 19. Mai 715, im dritten Jahre nach dem Regierungs-antritt des Kaisers Anastasius II., wurde Gregor II .Papst. Er regierte bis 731.

Nach sieben Päpsten von griechischer oder sy-rischer Abkunft war mit Gregor II. wieder ein Römer auf dempäpstlichen Stuhl.

Aus kleinen Verhältnissen stammend, aber mit großer Bil-dung ausgestattet, hatte dieser bedeutende Mann sich als Diakonunter Papst Constantin, mit welchem er in Constantinopel war,diplomatisch bewährt.

Die Energie, mit welcher er seine Regierungsaufgaben inAngriff nahm, wird dadurch gekennzeichnet, daß er seine Tätig-keit damit anfing, die verfallenen Mauern Roms wieder herzu-stellen. Er begann mit der Erneuerung der Mauern am Tor SanLorenzo, kam aber mit dem Herstellungswerk nicht weit, weilandere Aufgaben ihn davon abdrängten.

Im Jahre 717 suchte eine große Tiberüberschwemmung dieStadt Rom heim. Dieselbe richtete starke Beschädigungen imMarsfeld an. Das Wasser stand 7 Tage lang in der Stadt. Inder Region der Via Lata stand es anderthalb Mannslängen hoch.

Der Papst erwarb sich durch seine tätige persönliche Hülfein diesem Unglück die Liebe der römischen Bevölkerung.

Gregors Politik war in hohem Maße der militärischen undpolitischen Sicherung sowie der Erweiterung des territorialenEinflußbereiches der päpstlichen Herrschaft zugewendet. ImJahre 717 bestimmte er in diesem Sinne den in Neapel gebietendenDux Johannes, das starke Castell Cumae , welches die Langobar-den gewaltsam besetzt hatten, diesen wieder abzunehmen, wobeider Papst dem Dux genaue Instruktionen gab.