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In ähnlicher Tendenz ernannte Gregor den großen MissionarWinfried (Bonifacius ) zum „Deutschen Bischof“ und entsendeteihn als apostolischen Legaten nach Germanien, wo dieser „ge-treueste Diener des Papsttums“ dessen Herrschaft begründete.
II.
In Constantinopel gelangte am 25. März 717 Kaiser Leo III.,genannt der Isaurier, auf den Thron. Er hatte denselben bis 741inne.
Kaiser Leo III. zeichnete sich durch militärische Kraft undTüchtigkeit aus. Eine seiner Glanzleistungen war es, daß er denverderbendrohenden Andrang der Araber von den Mauern Con-stantinopels zurückwarf.
Die Entwicklung der Geschichte aber hat es mit sich ge-bracht, daß dieser glänzende Feldherr seine weltgeschichtlicheStellung nicht sowohl durch den Ruhm kriegerischer Taten alsdurch den Kampf auf kirchlichem Gebiet erhalten hat, welchener eröffnet und sein Leben lang zähe geführt hat, nämlich denmehr als ein halbes Jahrhundert lang das Morgen- und das Abend-land bewegenden Bilderstreit.
Es hatte mit diesem Streit folgende Bewandtnis.
Die zunehmende Verehrung Christi und der Heiligen „imBilde“ hatte dazu geführt, daß das ungebildete Volk anstatt derHeiligen deren Bilder verehrte. Die Zahl dieser Bildnisse nahmfortwährend zu. Der „Bilderdienst“ nahm im kirchlichen Lebeneinen immer breiteren Raum ein.
Die nichtchristlichen Monotheisten, Mohammedaner und Ju-den, klagten die Christen deswegen des Götzendienstes und derVielgötterei an.
Kaiser Leo III. empfand sowohl in seiner Religiosität alsin seiner Bekehrungspolitik gegenüber Juden und Islamiten, denBilderdienst als widrig und gefährlich. Er erließ im Jahre 726ein Edikt, dessen Text uns unbekannt ist, welches auf die Ent-fernung der Bilder Christi und der Heiligen aus den Kirchengerichtet war.