Teil eines Werkes 
2 (1933) Von der Zeit des Kaisers Konstantin bis auf die Neuzeit
Entstehung
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726 Vom Einbruch der Langobarden bis auf Karl d. Qr.

Reiche Gottes und dem ewigen Leben. Aber, so hoffe er, Chri-stus werde sie durch ihn erleuchten, auf daß sie lange glücklichund siegreich auf Erden leben und im anderen Leben reichliche-rer Belohnung teilhaftig würden.

Etwa in der zweiten Hälfte des März (756) trafen die Schrei-ben des Papstes bei Pippin ein.

A.m 1. Mai fand die Reichsversammlung statt, in welcher na-mentlich das dort kundgemachte dritte Schreiben das Franken-volk erregte.

König Pippin wird nicht durch diese Briefe, sondern durchseine Vertiäge mit dem Papst, durch die von ihm als Patriciusder Römer und Verteidiger der Kirche übernommene Pflicht, be-wogen worden sein, den zweiten Zug nach Italien zu unternehmen.Aber jene Briefe und die durch sie bei dem gesamten Franken-volk ausgelöste Erregung gaben doch dem fränkisch-römischenVerhältnis den völkischen Antrieb und das historische Pathos,wodurch die Bewegung ihre Nachhaltigkeit und Dauerkrafterhielt.

Unmittelbar nach der Reichsversammlung vom 1. Mai brachKönig Pippin mit dem fränkischen Heer nach Italien auf, wobeiPippin von seinem jungen Neffen Tassilo von Bayern begleitetwurde.

König Aistulf hatte frühzeitig, als er vor Rom stand, Kundevon den Verhandlungen des Papstes mit Pippin Kenntnis erhal-ten. Er hatte deswegen die Belagerung Roms aufgegeben. Am5. April war er wieder in Pavia . Dann rückte er wie zwei Jahrezuvor zum Mont Cenis vor, wo er das Frankenheer erwartete.Dieses warf sich im Sturm von den Höhen herab auf die Lango-barden und zersprengte deren Armee, welche auf Pavia zurück-floh. Die Franken schlossen Pavia ein. Aistulf erbat von PippinVerzeihung und Frieden, unterwarf sich den Landabtretungenund sonstigen Verpflichtungen, welche die fränkischen Großenforderten.