Teil eines Werkes 
2 (1933) Von der Zeit des Kaisers Konstantin bis auf die Neuzeit
Entstehung
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Von Papst Gregor II. bis Paul I. 715 bis 757

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Es war im Sommmer 756, daß Aistulf zum zweitenmale inPavia die Waffen streckte, und daß er eine Reihe von Städtenund anderen Gebieten Pippin übergeben mußte.

Die abgetretenen Städte mußte Aistulf dem Bevollmächtig-ten Pippins, dem Abte Fulrad , einzeln übergeben. Fulrad be-förderte Geiseln und Würdenträger von jeder einzelnen Stadtnach Rom , wo er die Stadtschlüssel in der Konfession des S. Pe-ters niederlegte.

Über alles abgetretene Land wurde eine feierliche Schen-kungsurkunde zu Gunsten der römischen Kirche aufgenommenals ewiges Besitztum des heiligen Apostels und durch ihn desstellvertretenden Papstes.

Als die vorzüglichsten Städte der Schenkung werden ge-nannt: Ravenna, Rimini , Pesaro, Fano, Cesena, Sinigaglia, Jesi,Forlimpopoli, Forli mit dem Castel Sussubio (jetzt Beatincoro),Montefeltro, Acerragio, Monte di Lucaro, Serra, das Castel vonS. Mariano (vielleicht San Marino ), Bobio (verschieden von demberühmten Kloster in der Lombardei), Urbino , Cagli, Lucioli,Gubbio, Commachio und endlich die Stadt Narni .

Am Ende des Jahres 756 erlangte der Papst tatsächlich dieausschließliche Herrschaft über die Stadt Rom , ohne daß derenLossagung vom griechischen Reich durch irgend eine der han-delnden Personen ausgesprochen wäre.

Seit 744 hat Pippin schriftliche Schenkungsurkunden aus-gestellt, welche verloren gegangen sind. Es steht aber fest, daßPippin den Papst mit landesherrlichen Rechten über die schönenProvinzen Italiens ausstattete, welche das Gebiet des späterenKirchenstaates wurden.

Die endgültige Ausscheidung des griechischen Kaisers vonjeder landeshoheitlichen Beziehung zu Italien geschah dadurch,daß, auf die fortgesetzten Bemühungen Constantinus V. Kopro-nymus, die ihm durch die Langobarden genommenen Gebiete wie-derzuei halten, Pippin erklärte, er habe seine beiden Heereszügenach Italien nicht um eines Menschen willen unternommen, son-dern aus Liebe zum heiligen Petrus, sowie zum Heil seiner ei-