757 bis 800
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gius) Erzbischof von Rheims, der Bruder Pippins, und der Her-zog Andegar, hatten eine Ausgleichung derart bewirkt, daß wäh-rend des Monates April 759 alles der römischen Kirche gehörigeGebiet überliefert werden sollte. Auch geschah dieses zum Teil.
Desiderius bat den Papst wieder um seine Vermittelung, umihn mit den Franken zu versöhnen, was jener auch bedingungs-weise tat. Ganz bestimmt wurde der Friede zwar nie hergestellt,und Desiderius war immer gegen den Papst sehr argwöhnischund ließ dessen Gesandte nicht durch sein Land ziehen. Aber imGanzen gefährdeten die weiteren Streitigkeiten den Papst nichtmehr.
So war die Gefahr von Seiten der Langobarden vorläufigabgewendet; aber nicht so den Griechen gegenüber. Der Kaiserzeigte sich fortwährend als heftiger Gegner der Bilder; der Papstund Pippin waren die Stützen der orthodoxen Lehre im Abend-lande. Die religiöse Feindschaft hing mit der politischen engzusammen. Der Papst erklärte in seinem Briefe die dogmati-schen Lehren als Grund der Feindseligkeit.
Im Jahre 764 finden wir Gesandte des Papstes und desfränkischen Königs in Constantinopel, und kaiserliche Gesandtesowie päpstliche am fränkischen Hofe, wo beide über die Bilder-streitigkeiten disputierten und die Griechen Uneinigkeit undMißverständnisse zu erregen sich bemühen.
„Den ferneren Ausgang vermag man nicht zu bestimmen;nur so viel ist gewiß, daß kein Krieg entstanden ist.“ (Papen-cordt).
Am 28. Juni 767 starb Paul I. in dem Kloster bei St. Paulzu Rom .
II.
Noch bevor Papst Paul I. verschieden war, hatte der DuxToto, gebürtig aus Nepi *) mit seinen Brüdern Passivus und
*) Nepi, eine altetruskische Stadt (Nepet) lag (und liegt) nahe demBerg Soracte und der Stadt Sutri . — Toto war nicht Dux von (oder in)Nepi, sondern stammte nur von dort und wohnte dort. Er besaß zahlreicheGüter und Castelia in Tuscien, mit vielem abhängigen Landvolk (coloni),welches wie üblich für ihren Herrn, der sich Dux nennen ließ, bewaffnet war.
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