740 Vom Einbruch der Langobarden bis auf Karl d. Gr.
bewegen. Der Papst blieb fest bei seiner Forderung und bei sei-ner Verbindung mit Karl.
Da versuchte Desiderius auf gleiche Weise in Rom die Über-macht zu erhalten, wie es ihm schon bei dem vorigen Papste ge-lungen war, indem er sich wieder hier des päpstlichen Kämme-rers Paulus Aliarta bediente. Dieser hatte unter Stephanus, trotzder verschiedenen Streitigkeiten mit den Langobarden, seine Par-tei aufrechterhalten, und noch in den letzten Tagen Stephanshatten er und seine Partei, zu der besonders Gregor, DefensorRegionarius, der Bruder des Papstes, Dux Johannes und derKämmerer Calvulus gehörten, den alten Feind Sergius, welchergeblendet im Lateran lebte, töten lassen und mehrere Vornehmevon den Geistlichen und den Scholen ins Gefängnis geworfenoder verbannt.
Letztere rief Hadrian , der sich ganz an die Franken an-schloß, zwar gleich am Tage seiner Wahl zurück, oder befreitesie aus dem Gefängnis. Aber das Ansehen des Afiarta scheint ge-blieben zu sein. Jetzt versprach er dem Desiderius, er wolle denPapst zu ihm führen, selbst wenn er ihn mit Stricken an den Fü-ßen binden und ihn so fortziehen sollte. Glücklicher Weise wurdeindessen seine Gewalttat gegen den Sergius entdeckt, welche erdurch Leute aus Anagni hatte vollziehen lassen. Auf Befehldes Papstes wurde er jetzt in Ravenna festgenommen, vor Ge-richt gestellt und ungeachtet der Bemühungen des Papstes, ihnbeim Leben zu erhalten, auf Befehl des Erzbischofs von Ra-venna hingerichtet.
Desiderius nahm darauf, ohne Zweifel durch den Sturz derihm ergebenen Partei erbittert, noch Sinigaglia, Urbino , Monte-feltre, Gubbio, ja auch Bleda in Tuscien und zuletzt Otricoli weg (772).
Den Rest des Jahres und den Anfang des folgenden Jahresbrachte man damit zu, sich gegenseitig Gesandte zu schicken.