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panien, dem Herzogtume Perugia , und zum Teil auch aus derPentapolis selbst eine Besatzung für die Stadt. Aus den Kirchenvon St. Paul und St. Peter ließ er die Kostbarkeiten in dieStadt bringen und die Kirchen inwendig verschließen, damit dieLangobarden nur gewaltsam eindringen könnten und sich so einesTempelraubes schuldig machten. Zugleich sprach er den Banngegen den langobardischen König und seinen fränkischen Anhangaus, und verbot ihm durch eine Gesandtschaft von drei Bischöfen,das römische Gebiet zu betreten, ohne Lossprechung erhalten zuhaben.
In Viterbo traf den König die Botschaft und dieser kehrte,davon betroffen, wieder um. Bald darauf kamen auch Gesandtevon Karl an, welchen der Papst um Hilfe gebeten, und alssie fanden, daß Desiderius die Forderungen der Kirche nicht be-friedigt hatte, gingen sie mit den päpstlichen Gesandten zu die-sem hin. Aber vergebens.
Eine andere Gesandtschaft Karls, der, beschäftigt mit demKriege gegen die Sachsen, dem Könige als Entschädigung für diefriedliche Erfüllung jener Bedingungen 14,000 Solidi in Gold ver-sprach, richtete ebensowenig etwas aus.
Da versammelte Karl das fränkische Heer (September 773)und rückte an der Spitze desselben über den Mont Cenis gegendie Pässe vor, welche den Eingang zu Italien bildeten.
Hier hatten die Langobarden sich und ihre Stellung so un-einnehmbar verschanzt, daß, als selbst Karls geringe Forderung,sich mit 5 Geiseln als Sicherheit begnügen zu wollen, abgeschla-gen wurde, das fränkische Heer umkehren zu müssen schien.Wahrscheinlich wurde jetzt auf irgend eine Weise dem fränki-schen Könige ein anderer Weg gezeigt, die Pässe zu umgehen,worauf die Langobarden in Schrecken ihr Lager verließen. EinTeil der Langobarden mit dem Sohne des Königs Adelgis undder Familie Karlmanns setzte sich in Verona fest, Desideriusaber in Pavia . Beide Orte wurden von den Franken eingeschlos-sen. Auf Rom hatte dieses sogleich den Einfluß, daß nicht nurdie von den Langobarden früher besetzten Orte, wie Fermo ,Osimo, Ancona usw., sogleich an die päpstliche Herrschaft zu-