742 Vom Einbruch der Langobarden bis auf Karl d. Gr.
rückkehrten, sondern auch die Langobarden in dem HerzogtumSpoleto und in Rieti sich unter den Schutz der Kirche begabenund unter päpstlicher Oberhoheit sich einen neuen Herzog, denHilteprand wählten.
Im oberen Italien zog sich, ungeachtet der Übergabe vonVerona, die Belagerung der Stadt Pavia bis in den sechstenMonat.
Karl ging daher, sein Heer zurücklassend, mit einem großenGefolge durch Tuscien nach Rom , um daselbst (774) das Oster-fest, welches auf den zweiten April fiel, zu feiern.
Im Juni unterwarf Desiderius die Stadt Pavia , sich selbst,und sein Reich bedingungslos dem Frankenkönig.
Mit dem Untergange des langobardischen Reiches war fürRom von dieser Seite her jede Gefahr beseitigt. Dennoch gelangtedie römische Kirche nicht sogleich in den Besitz ihrer Güterund Rechte. Die Obergewalt des fränkischen Königs konnte ausder Ferne nicht in jedes einzelne Verhältnis wirksam eingreifen,und es l'ag zu sehr im Interesse der 'einzelnen Befehlshaber(duces), welche noch obendrein schon unter langobardischerPlerrschaft ein Gleiches getan hatten, die wenngleich ungerechteErbschaft von den Langobarden beizubehalten. So hatte derPapst noch längere Zeit hindurch nicht einmal die alten Patri-monien wieder erhalten; auch die Schenkung des HerzogtumsSpoleto war ohne Wirksamkeit geblieben und der Papst scheintspäterhin seine Ansprüche völlig aufgegeben zu haben, da uns dieHerzoge in Geschichte und Urkunde fortwährend als unmittelbareUntertanen des Königs erscheinen. Ein anderes Mal wird eineder römischen Kirche geschenkte Stadt in Tuscien von dem Her-zoge von Chiusi geplündert. Außerdem war das HerzogtumBenevent noch in den Händen eines langobardischen Fürsten undbildete bald den Mittelpunkt aller dem fränkisch-päpstlichenInteresse feindlichen Bestrebungen. In Italien zog sich eineReihe Feinde durch das Land hindurch, welche sich gegenseitigauf alle Weise unterstützten. Im Norden gehörte hierzu Rod-gausus, der Herzog von Friaul, dann der Erzbischof Leo vonRavenna, der sich auf alle Weise gegen die päpstliche Autorität