Teil eines Werkes 
2 (1933) Von der Zeit des Kaisers Konstantin bis auf die Neuzeit
Entstehung
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auflehnte, ferner Reginbald, Herzog von Chiusi, Hilteprantvon Spoleto, welcher auch in seiner Treue wankte; endlich imSüden Arichis, Herzog von Benevent. Zugleich trat man in Ver-bindung mit dem griechischen Patricius auf Sicilien und mit denGriechen, zu denen sich der Sohn des Desiderius, Adelgis, ge-flüchtet hatte. Dieser sollte, von einet Schaar Griechen unter-stützt, im März 775 oder 776 eine Unternehmung gegen Rom versuchen und alle Verbündeten nach Kräften helfen, die alteMacht der Langobarden wieder herzustellen. Der Versuchscheint keine Ausführung oder keine weiteren Folgen gehabt zuhaben; dennoch machten die Beneventaner, in Verbindung mit denEinwohnern von Cajeta und Terracina und dem Patricius vonSicilien, der in Cajeta wohnte, einen Versuch, die Einwohnervon Campanien dem Papste abwendig zu machen, und dieser sahsich genötigt, Rüstungen zu veranstalten. Auch gelang demPapst die Einnahme von Terracina, aber er verlor diese Stadtwieder an die verbündeten Griechen und Neapolitaner durchplötzlichen Überfall; er versuchte nun seinerseits einen Angriff,wozu er auch die Hilfe der fränkischen Getieuen aus Tuscien,Spoleto und selbst zum Teil aus dem, wie es scheint, äußerlichnachgiebig gewordenen Benevent (gegen 780) erwartete. Ari-chis hinderte jede friedliche Ausgleichung.

Wohl durch diese Unordnung bewogen, zog Karl im Jahre781 (Karl war schon am Ende des Jahres 780 in Pavia) gegenRom, wo er das Osterfest (15. April") feierte, seinen Sohn Karl-mann, der von jetzt an Pippin heißt, durch den Papst taufen unddiesen zum König von Italien, den Ludwig aber zum König vonAquitanien krönen ließ. Wie die streitigen Angelegenheiten bei-gelegt wurden, wissen wir nicht; nur so viel ist bekannt, daßKarl seine Anwesenheit durch eine Schenkung von Besitzgüternan die römische Kirche, wozu besonders das sabinische Gebiet(territorium Sabinense) gehörte, bezeichnet hat. Auch hierübererhoben sich bald die gewöhnlichen Streitigkeiten und Schwie-rigkeiten bei Gelegenheit der Übergabe. Von den Feinden in derNähe hatte das römische Gebiet jetzt wenig zu fürchten, seitdemdie Kaiserin Irene in Byzanz alle Gewalt an sich gerissen hatte