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Kloster von S. Silvestro in Capite verborgen hatten, hervorspran-gen und ihn niederwarfen. Die beiden Rädelsführer, der Primi-cerius Paschalis und der Sacellarius Campulus, welche sich seies hinterlistig in die nächste Umgebung des Papstes zu bringengewußt hatten oder dahin gehörten, stellten sich an ihre Spitze.Alles floh vor den Verschworenen. Man mißhandelte den Papst,schleppte ihn in die Kirche von S. Silvestro und versuchte dortwiederholt ihn zu blenden und ihm die Zunge auszureißen undließ ihn dann in jenem Kloster unter engem Gewahisam. Daman aber den Papst dort nicht sicher glaubte, so brachte man ihnin das Kloster des heiligen Erasmus auf dem Coelius, dessen Vor-steher wohl mit den Verschworenen im Bunde stand. Von hieraus wurde er durch seine Getreuen, besonders durch den Kämme-rer Albinus, nach St. Peter gebracht, wo der Herzog von Spoleto,Winichis, mit einem Heere seiner wartete und ihn nach Spoleto geleitete. In Rom plünderten die Aufrührer die Wohnungen desPapstes und seiner Anhänger. Von Spoleto zog der Papst mitgroßem Gefolge von Getreuen aus der Geistlichkeit und den Vor-nehmen der Stadt zu Karl, welcher damals zu Paderborn ver-weilte. Der König schickte ihm den Erzbischof Ildebald vonCöln und den Grafen Anschar mit einem Gefolge von Vornehmenentgegen und zuletzt empfing er ihn selbst unter feierlichem Ge-sänge des Volkes. Karl ließ im Herbste den Papst durch dieErzbischöfe Ildebald oder Adelbold von Cöln und Arno von Salz-burg und noch vier Bischöfe und drei Grafen nach Rom zurück-geleiten. Allenthalben wurden sie. auf das Feierlichste auf ge-nommen und als sie am Vorabende des Andreasfestes ( 29 . No-vember) in Rom ankamen, zogen die ganze Geistlichkeit, derAdel, die Klosterfrauen, das ganze römische Volk und die Cor-porationen der fremden Völker dem zurückgeführten Hirten ent-gegen bis an die milvische Brücke und geleiteten ihn nach St. Pe-ter, wo der Papst Messe las und Alle gemeinschaftlich das Abend-mahl nahmen. Am folgenden Tage bezog der Papst wieder denLateran. Eben daselbst in dem von Leo gebauten Tricliniumsaßen die fränkischen Gesandten zu Gericht, und nachdem sieüber eine Woche die Beschwerden und Anschuldigungen der Auf-
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