Teil eines Werkes 
2 (1933) Von der Zeit des Kaisers Konstantin bis auf die Neuzeit
Entstehung
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748 Vom Einbruch der Langobarden bis auf Karl d. Gr.

rührer untersucht und dieselben als nichtig befunden hatten,schickten sie diese gefangen nach Frankreich . Daß der Königso gnädig verfuhr, dazu hatte ihm Alcuin geraten, damit dasrömische Volk nicht zu größerem Widerstande gereizt würde unddadurch größeren Verlust erleide.

Im folgenden Jahre (800) zog Karl selbst nach Rom .

Kapitel IX.

Karl der Große.

1.

m Jahre 773 bat Papst Hadrian I. (772795) denFrankenkönig Karl um Hilfe gegen den Langobar-denkönig Desiderius . Karl zog darauf im September773 mit einem Heer über Genf und den Mont Cenisnach Italien, wo Desiderius sich in Pavia zur Verteidigung einge-schanzt hatte. Karl umzingelte Pavia und belagerte es. ImVerlaufe der langwierigen Belagerung beschloß er eine Oster-wallfahrt nach Rom .

Mit einem Teil seiner Truppen und einem glänzenden Ge-folge von Bischöfen, Herzogen und Grafen brach er aus demLager von Pavia auf und eilte durch Tuscien, um am Ostersonn-abend (2. April 774) Rom zu erreichen.

Er wurde dort auf das glänzendste empfangen. Alle Judicesund die Banner der Miliz kamen ihm bis nach Novas am Seevon Bracciano entgegen, um ihn nach Rom zu geleiten.

Am Fuße des Monte Mario empfingen den König die Scholen der Miliz unter der Führung ihres Patron, sowie die Schulkin-der, Palmen und Ölzweige in den Händen tragend, außerdemzahlloses Volk, welches beim Anblick Karls den Lobgesang an-stimmte und in den Zuruf ausbrach:Heil dem Frankenkönig unddem Defensor der Kirche. Den Höhepunkt des Aufzugesbildete es, daß die Kreuze und Fahnen der Basiliken Roms dem