Teil eines Werkes 
2 (1933) Von der Zeit des Kaisers Konstantin bis auf die Neuzeit
Entstehung
Seite
750
Einzelbild herunterladen
 

750 Vom Einbruch der Langobarden bis auf Karl d. Gr.

Mittwoch, den 6. April fand zwischen Karl und dem Papstin S. Peter eine bedeutsame Verhandlung statt, durch welchedie Verhältnisse zwischen Papst und König befestigt wurden. *)

Dann reiste Karl ab, während der Papst in allen Kirchenbeten ließ, um den Erfolg der Belagerung Pavias zu beschleu-nigen.

Pavia ergab sich im Juni 774. Der letzte Langobardenherr-scher ergab sich ohne Bedingungen zum Gefangenen. Karl abernahm die eiserne Krone der Langobarden und nannte sich fortan:König der Franken und Langobarden, Patricius der Römer.

Ein zweites Mal war Karl in Italien im Jahre 776, aberohne nach Rom zu kommen.

Nach Rom kam er zum zweiten Mal im Jahre 781. Er be-ging dort am 15. April das Osterfest und ließ durch den Papstseine Söhne Pippin und Ludwig zu Königen von Aquitanien undItalien (Lcmbardien) salben.

Das dritte Mal feierte Karl in Rom das Osterfest im Jahre787, nachdem er vorher in Monte Cassino gewesen war und denHerzog von Benevent unterworfen hatte. Es war das letzte Zu-sammentreffen Karls mit dem ihm befreundeten Papst Hadrian.

Hadrian I. starb nach einem ruhmvollen Pontifikate vonmehr als 23 Jahren am Weihnachtsfest 795. Sein Tod erschüt-terte Karl.

Gregorovius hat dem großen Papst folgenden Nachruf ge-widmet:In dem Verhältnis Hadrians zu Karl war die Zusam-mengehörigkeit der Kirche und des Staats, welche sich unterden griechischen Kaisern von einander feindlich getrennt hatten,zum erstenmal als eine abendländische Tatsache zur Erschei-nung gebracht worden. Die römische Kirche hatte sich vom

*) Neben unsicheren Nachrichten über den Inhalt dieser Abmachungenhaben wir sichere Kunde darüber, daß Karl durch seinen Notar Eleutheriusniederschreiben ließ, was er hinsichtlich der Pippinschen Schenkung seiner-seits erklären wollte, um jene (nicht urkundlich überlieferte) Schenkung (ge-nannt Sch. v. Quiersey) zu bestätigen.