Teil eines Werkes 
2 (1933) Von der Zeit des Kaisers Konstantin bis auf die Neuzeit
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Römisches Kaisertum und Kaiserkrönungen

Der Bischof von Ostia salbte hier dem König den rechtenArm und den Nacken und sprach die dritteOration .

Die Krone Karls d. Gr. lag funkelnd im Glanz hoherKerzen vor dem König auf dem Altar.

Der Papst steckte den goldenen Ring an den Finger desGesalbten, als Symbol des Glaubens, der Beständigkeit und derKraft seines katholischen Regiments. Dann umgürtete er denKönig mit dem Schwert und setzte ihm endlich die Krone aufsHaupt.

Nimm, so sprach er,das Zeichen des Ruhmes, das Dia-dem des Königtums, die Krone des Reichs, im Namen desVaters, des Sohnes und des heiligen Geistes. Sage dich los vondem Erzfeind und aller Sünde, sei gerecht und erbarmend undlebe in so frommer Liebe, daß du einst von unserm HerrnJesus Cristus im Verein der Seligen die ewige Krone empfangenmagst.

Die Kirche erscholl von dem Gloria und den Laudes:

Leben und Sieg dem Kaiser, dem römischen und demdeutschen Heer, und von dem endlosen Jubelgeschrei derwilden Krieger, die ihren König als Imperator in deutschen,slavischen und romanischen Zungen begrüßten.

Der Kaiser legte nun wiederum die Zeichen des Reichs ab.

Er ministrierte dem Papst als Subdiaconus bei der Messe.

Dann legte ihm der Pfalzgraf die roten Kaiserstiefel mitden Sporen des Heiligen Mauritius an, auch wurde ihm, sowieseiner Gemahlin die Krone, die sie vor dem Evangelium ab-gelegt hatten, wieder auf das Haupt gesetzt.

Danach verließen sie mit dem Papste, der vorausschritt,die Basilika des hl. Petrus .

Die Pferde stehen bereit. Der Papst besteigt zuerst seinenZelter. Der Kaiser hält ihm dabei ehrfurchtsvoll den Steig-bügel. Der Papst eröffnet, nachdem man noch die Tiara aufsein Haupt gesetzt hat, die Prozession. Ihm folgt der Kaiser mit