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Römisches Kaisertum und Kaiserkrönungen
IV.
Guido (Wido) Herzog von Spoleto (891—894) wurde ge-krönt am zi. Februar 891, sein Sohn Lambert (892—898) am30. April 892.
Als Karl der Dicke 888 gestorben war und Arnulf vonKärnten den deutschen Königsthron bestiegen hatte, war Italien ohne König und ohne Kaiser. Um beide Stellungen bewarbensich italische Herzoge, aus deren Zahl Markgraf Berengar vonFriaul und Herzog Guido von Spoleto um die letzte Entschei-dung stritten.
Berengar wurde 888 in Pavia zum König von Italien ge-krönt. Im folgenden Jahre besiegte ihn Guido mit den Waffenund dieser nahm nunmehr auch seinerseits in Pavia die Königs-krone Italiens.
Um die Kaiserkrone hatte sich Berengar nicht beworben.Guido empfing dieselbe in St. Peter aus der Hand des PapstesStephan VI. (885—891) am 21. Februar 891. Er nannte sichseitdem „Augustus“. Ende des Jahres 894 starb Guido plötzlichinfolge eines Blutsturzes in Oberitalien (am Flusse Taro) .
Darauf eilte sein von ihm im Jahre 892 zum Mitkaiser er-nannter Sohn Lambert („der schönste und heldenmütigste Ritterseiner Zeit“, Gregorovius) nach Rom, um sich als Kaiser krönenzu lassen. Der Papst Formosus (891—896) nahm ihn günstigauf, krönte ihn aber nicht in Rom, sondern am 30. April 892in Ravenna. Lambert wurde im Jahre 898 in S. Peter durchPapst Johann als Kaiser vor dem dort tagenden Konzil bestä-tigt.
Lambert starb noch 898, plötzlich wie sein Vater, auf derJagd in den Wäldern bei Marengo.
V.