Krönungen 813 bis 901
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König Arnulf war auf Aufforderung des Papstes Formo-sus (891—896) 893 nach Italien gekommen, aber nach Deutsch-land zurückgekehrt, ohne die Reise bis Rom fortgesetzt zu ha-ben. Im Herbst 895 aber brach Arnulf auf, um das KönigreichItalien und das römische Imperium an sich zu nehmen und dieGegner Berengar und Lambert zu beseitigen. In Rom standendie Parteien im offenen Kampfe. Der Papst war von den An-hängern Lamberts verhaftet. Die Tore waren gesperrt. DieLeostadt war verrammelt und mit Bewaffneten gefüllt. Arnulfteilte sein Heer, als er den Po überschritten hatte, in zwei Flügel.Die Schwaben ließ er über Bologna ziehen, die Franken überLucca , wo er selbst das Weihnachtsfest feierte.
Im Februar 896 lagerte Arnulf mit seinen Truppen vor demTor S. Pancratius. Er forderte die Römer zur Übergabe derStadt auf. Es wurde mit Hohn geantwortet. Die deutschenTruppen verlangten mit leidenschaftlichem Geschrei, zum Sturmgeführt zu werden. Arnulf gab den Befehl zum Sturm. MitLeitern und aufeinander gehäuften Pferdesätteln wurden dieMauern erstiegen. Das Tor von S. Pancratius wurde mit Sturm-böcken aufgebrochen. Einige andere Tore wurden mit Beilenaufgeschlagen. Am Abend desselben Tages rückten die deut-schen Truppen in die Leostadt ein und befreiten den Papst ausder Engelsburg , wo er gefangen gesetzt war. Arnulf selbst bliebaußerhalb der Mauern, um in hergebrachter Weise vom nero-nischen Felde aus den Einzug in S. Peter zu halten. Bei PonteMolle hielt er, bis der Klerus, der Adel und . die Scholen , unterdenen die Griechen besonders genannt werden, ihn einholten.Der Papst erwartete ihn auf den Stufen von S. Peter und führteArnulf in die Basilika, um ihn in hergebrachter Weise zu krö-nen. Der Tag, welcher in die zweite Hälfte des Februar fiel,ist unbekannt. Arnulf blieb ij Tage in Rom. Während dieserZeit ordnete er das wichtigste, was die Kaisergewalt betraf. InS. Paul empfing er noch die Huldigung des römischen Volkes,welchem folgender Eid auf erlegt wurde:
„Ich schwöre, daß ich, unbeschadet meiner Ehre, meinesGesetzes und meiner Treue gegen den Herrn und Papst Formo-