Teil eines Werkes 
2 (1933) Von der Zeit des Kaisers Konstantin bis auf die Neuzeit
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Römisches Kaisertum und Kaiserkrönungen

sus, in allen meinen Lebenstagen treu bin und sein werde demKaiser Arnulf, und daß ich mich niemals zur Treulosigkeit gegenihn mit irgend einem Menschen verbinden werde; und daß ichdem Lantbert, Agildrudas Sohn, oder seiner Mutter selbst nie-mals zur Erlangung weltlicher Würde irgend Hilfe gewähren,noch daß ich dem Lantbert selbst oder seiner Mutter Agildrude,oder ihren Leuten je durch irgend einen Plan oder ein Argumentdiese Stadt Rom übergeben werde.

Nach dem Abzug Arnulfs wendete sich der Papst dem jun-gen Kaiser Lambert zu und verleugnete Arnulf. Dieser wurdeauf dem Heimweg von einer heimtückischen Krankheit ergriffen,welche ihn geistig und körperlich unrettbarem Siechtum über-lieferte, an dem er im November 899 starb. Während der letz-ten drei Jahre seines Lebens wurde er aller von ihm errungenenErfolge verlustig.

Kapitel IV.

Krönungen 901 bis 1027.

i.

erengar von Friaul (899924) wurde gekrönt im De-zember 915, Ludwig III. von der ProvencederBlinde (900905) am 15. oder 22. Februar 901.

Nach Lamberts plötzlichem Tode (898) eilte Berengar vonVerona nach Pavia , um sich der langobardischen Königskronezu bemächtigen und dann in Rom die Kaiserkrone zu gewinnen.Die gebeugte Mutter Lamberts, Guidos Witwe, kam ihm ver-söhnlich entgegen. Der im November 899 erfolgende Tod Ar-nulfs befreite ihn von der Bedrohung von deutscher Seite. Aberdiese Vorteile wurden durch den im August 899 erfolgendenEinbruch der Magyaren zerstört, welche das Heer Berengars am24. September 899 an der Brenta vernichteten.