804 Römisches Kaisertum und Kaiserkrönungen
deutsche Land zum deutschen Reich gemacht hatte, begann einneues Zeitalter.
Otto zog im ij. Jahre seiner Regierung (951) nach Nord-italien, wo er sich mit der Witwe Adelheid des LombardenkönigsLothar vermählte. Sodann schickte er sich zu einem Pilgerzugnach Rom an. Aber die als Unterhändler nach Rom geschicktenBischöfe von Mainz und Chur kehrten unverrichteter Sache mitder Meldung zurück, daß der Patricius Alberich und der Papstsich ablehnend verhielten, worauf Otto mit seiner GemahlinAdelheid stillschweigend nach Deutschland zurückkehrte.
Im Jahre 960 aber wurde der zu unerhörter Macht gelangteOtto durch die Bitten einer moralisch starken römischen Minder-heit nach Rom gerufen. Eine Abordnung des Königs Alberich(der Sohn) nebst vielen Grafen und Bischöfen, darunter Walbert,Erzbischof von Mailand, und Otbert, der Stammvater des großenGeschlechtes der Este, ersuchte König Otto um einen Romzug.Otto entsprach dem Wunsche, nachdem er sich durch gewisseAbmachungen mit dem Papst (Johann XII. 95 6 —964) gesicherthatte. Er zog mit einem gewaltigen Heer über Trient die Alpen herab. In Pavia feierte er das Weihnachtsfest des Jahres 961,und nachdem er den Bischof Hatto von Fulda vorausgeschickthatte, brach er nach Rom auf. Dort traf er am 31. Januar 962ein und bezog Lager auf den neronischen Wiesen.
Dem Papst leistete Otto den folgenden Eid: „Die Kircheund Dich, ihr Oberhaupt, will ich nach Kräften erheben. Nie-mals sollst Du mit meinem Willen oder Wissen an Leben undGliedern oder Deiner Würde gekränkt werden. In der römi-schen Stadt will ich kein Placitum oder Bestimmung über dastreffen, was Dir oder den Römern zusteht, ohne Deine Geneh-migung. Was vom Besitze S. Peters in meine Gewalt kommt,will ich Dir zurückstellen. Wem auch immer ich das König-reich Italien übergebe, er soll schwören, daß er nach seinem Ver-mögen Dir zur Verteidigung des Kirchenstaates ein Helfer seinwerde“.
Die Krönung des Kaiserpaares Otto und Adelheid fand am2. Februar 962 mit nie gesehenem Pomp in St. Peter statt.