Krönungen 901 bis 1027
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Otto hatte, ehe er sich zum Krönungsritt anschickte, zuAnsfried von Löwen, seinem Schwertträger die Worte gespro-chen: „Halte, wenn ich heute am Apostelgrab kniee, DeinSchwert immer über meinem Haupt, denn ich weiß wohl, daßmeine Vorfahren die Treulosigkeit der Römer oft erfahrenhaben. Der Weise wendet das Unheil durch Vorsicht ab. Wennwir zum Mons Gaudii zurückkehren, dann magst du nach Ge-fallen beten.“
Gregorovius schreibt als Nachwort zu dieser Krönung: „Sowar das Kaisertum nach einer Vakanz von 37 Jahren erneuert,der italienischen Nation entzogen und im fremden Stamm derSachsenkönige hergestellt. Einer der größten Nachfolger Karlswar von einem Römer gekrönt worden. Aber diese folgen-schwere Handlung entbehrte der wahren Würde und Weihe.Karl d. Gr. hatte die Krone des Reiches aus den Händen einesehrwürdigen Greises empfangen. Otto den Gr. salbte ein zügel-loser Jüngling. Indes die Geschichte Deutschlands und Italiens lenkt mit dieser Krönung in neue Bahnen ein“.
Die Italiener hatten zwar versucht, das römische Kaiser-tum national zu machen; aber dies Unternehmen war geschei-tert, und das Papsttum selbst suchte nochmals seine Rettung inder Wiederherstellung der Reichsgewalt durch ein fremdesFürstenhaus, welches fern von Italien und Rom liegt.
Otto verweilte in Rom bis zum 14. Februar 962.
Im Herbst 963 eilte der Kaiser wiederum nach Rom . Am2. November 963 zog er dort ein.
Eine kaiserliche und eine päpstliche Faktion standen sichin Rom gegenüber, wie es seitdem jahrhundertelang blieb.
Otto versammelte Klerus, Adel und Volk und ließ siezwangsweise den Eid leisten, keinen Papst zu wählen, geschweigezu ordinieren, ohne seine, Kaiser Ottos und seines Sohnes Otto,Zustimmung.