Teil eines Werkes 
2 (1933) Von der Zeit des Kaisers Konstantin bis auf die Neuzeit
Entstehung
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Römisches Kaisertum und Kaiserkrönungen

An die Unterzeichnung dieses Vergleiches sollte sich alsSchlußakt die Kaiserkrönung anschließen.

Der Kaiser Unterzeichnete und beschwor den Vertrag,gegen die Verpflichtung des Papstes, den Vertrag auch seiner-seits zu unterzeichnen.

Am 12. Februar, einem Sonntag, zog Heinrich in die Leo-stadt ein.

Die Römer hatten dem Kaiser eine Gesandtschaft geschickt.Der Kaiser sicherte dieser Gesandtschaft eidlich die Freiheitder Stadt zu. Dies geschah in deutscher Sprache, was, wie be-richtet wird, die römischen Großen als Mißachtung auffaßten.

Der Einzug des Kaisers wird folgendermaßen geschildert:

Auf der Ebene am Monte Mario waren die Palastbeamten,die Miliz und zahlreiches Volk mit Bannerträgern, Palmen,Blumenkränzen erschienen, dazu kamen die Scholen , Hymnensingend. Am Zuge nahm eine Schar von ioo Nonnen mit bren-nenden Kerzen, der Klerus in feierlichem Aufzug, und die Reiheder Mönchsorden teil. Die Menge rief:S. Petrus hat KönigHeinrich erwählt.

Der König ritt in die Leostadt ein, betrat aber nicht derenBasilika, bevor er deren Zugänge durch Bewaffnete hatte be-setzen lassen.

Paschalis empfing und küßte den Kaiser vor dem Tor derKirche. Dann traten Kaiser und Papst miteinander in denDom. Sie ließen sich auf der großen runden Porphyrplatte desMittelschiffs nieder.

Es erfolgte dann die Verlesung der für Kirche und Reichvereinbarten Abmachungen. Jetzt aber wurde offenbar, was eshieß, daß diese Abmachungen ohne Beteiligung der Bischöfe be-raten und beschlossen waren.

Der Erzbischof von Salzburg erhob sich, zum Papste ge-wendet, und schleuderte gegen diesen einen heftigen Protestgegen die Abmachungen. Den Kaiser ignorierte er dabei völlig,zur Empörung des kaiserlichen Gefolges.