Teil eines Werkes 
2 (1933) Von der Zeit des Kaisers Konstantin bis auf die Neuzeit
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Krönungen 1027 bis 1220

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wurde der junge Heinrich für mündig erklärt. Seit der WahlGregors VII . (Hildebrant) zum Papst (10731085) war es derKampf gegen diesen großen Gegner, welcher Jahrzehnte dieHauptangelegenheit der Regierung des Kaisers bildete. DerTiefpunkt dieses Kampfes war des Kaisers Buße (1073) vor demPapst in Canossa. Nach 18 jähriger Dauer des Kampfes zogHeinrich (1081) nach Italien, eroberte im Jahre 1084 Rom , ließsich durch den von ihm eingesetzten Gegenpapst, Clemens III. ,zum Kaiser krönen. Dann belagerte er den Papst Gregor inder Engelsburg, aus welcher dieser durch die Normannen (Ro-bert Guiscard ) befreit wurde. Der Papst ging dann nach Süd-italien. Kaiser Heinrich IV. mußte 1104 infolge des Aufstandesseines Sohnes Heinrich nach Lüttich fliehen, wo er am 7. August1106 starb. Seine Leiche wurde erst im im Dom zu Speyer beigesetzt.

III.

Heinrich V. (11061125) wurde gekrönt am 13. April1111.

Der rebellische Sohn des Kaisers Heinrich IV. , welcher alsHeinrich V. durch die Hilfe der päpstlichen Gegner seinesVaters im Jahre 1106 zum Thron gelangte, trat alsbald in Ver-handlungen mit dem Papst Paschalis II. (10991118) wegenseiner Kaiserkrönung. Im Jahre 1109 sagte der Papst diese zu.

Im Herbst 1110 schickte sich der Kaiser an, den durcheinen Reichstagsbeschluß gestützten Romzug auszuführen. Miteinem gewaltigen Heer, bestehend aus 30 000 Rittern, aus über100 Provinzen kommend, geführt von Bischöfen und Pürsten,zog er gegen Rom . Das Heer marschierte in zwei Plügeln überdie Alpen, der eine über Trient, der andere über Aosta . Am9. Pebruar im traf der Kaiser mit dem vereinigten Heer inSutri ein. Dorthin hatte der Papst ihm eine Gesandtschaft ent-gegengeschickt. Dieselbe legte dem Kaiser den Text eines Kon-kordates vor (des ersten Entwurfes eines Konkordates in derGeschichte, das heißt im gegebenen Pall Vergleich über diePrägen des Investiturstreites).