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Römisches Kaisertum und Kaiserkrönungen
V.
Friedrich I. der Rotbart, Barbarossa (1152—1190) wurdeam 18. Juni 1155 gekrönt.
Der als Nachfolger Lothars von Sachsen gewählte Kon-rad III. aus dem Hause Hohenstaufen , welcher 1138—1152 re-gierte, war nicht nach Italien gekommen. Die im letzten Jahrseines Lebens von ihm mit Papst Eugen III. (1145—1133) überseinen Romzug und seine Kaiserkrönung getroffenen Abredenwurden durch seinen am ij. Februar 1152 eingetretenen Todabgebrochen.
Der Nachfolger, welchen Konrad den Fürsten empfohlenhatte, sein Neffe, Friedrich von Schwaben, wurde einstimmig inFrankfurt gewählt und dann in Aachen als König gekrönt.
Im Jahre 1154 ging Friedrich nach Italien, ließ sich inPa via die lombardische Krone auf setzen und wurde am 18. Juni1155 von Papst Hadrian IV. (1154 —iij 9) in Rom als Kaisergekrönt.
Die Umstände dieser Krönung boten ein seltsames Gegen-stück zu der vorher gegangenen, 30 Jahre zurückliegenden Krö-nung Lothars II.
Der Anmarsch des Königs geschah sehr schnell und unterIgnorierung oder Unterdrückung mannigfacher Schwierigkeiten,welche seine Gegner der Krönung entgegenstellten. Am 17. Junin 5 5, dem Vorabend der verabredeten Krönung, war Friedrichmit seinem Heer im Lager am Monte Mario.
König Friedrich schickte auf den Rat des Papstes in derMorgendämmerung des Krönungstages 1000 Ritter voran,welche die Leostadt besetzten. Er selbst ritt vom Monte Marioin Schlachtordnung in die Leonina ein, wo der Papst ihn er-wartete. Die Krönung fand sofort in dem militärisch besetztenPetersdom statt, wo, wie berichtet wird, der Jubelruf der Deut-schen wie Donner durch die Wölbungen hallte, als der herrlichejunge Kaiser Schwert, Zepter und Krone des Reiches nahm.