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Römisches Kaisertum und Kaiserkrönungen
König Friedrich, mehr Italiener als Deutscher, war einleidenschaftlicher Feind der geistlichen Herrschaft. SeinenRomzug von 1220 bereitete er dadurch vor, daß er in ersterLinie sich mit den Stadtrömern in Verbindung setzte. Erschickte im Jahr 1219 den Abt von Fulda an die römische Stadt-gemeinde mit Briefen, in welchen er seine bevorstehende Rom-fahrt anzeigte, und in denen er die Römer zum Gehorsam gegenden Papst ermahnte. Diese Briefe wurden auf dem Capitolverlesen.
Der Senator Parentius sprach in seinem Antwortschreibendem Kaiser den Dank des römischen Volkes aus und versichertedie Bereitschaft der Stadt, mit der Kirche Frieden zu halten.
Mit dem Papst ließ der Kaiser die Bedingungen und dieFormen der Krönung vereinbaren.
König Friedrich traf mit seiner Gemahlin und mit vielenReichsfürsten, mit einem nur kleinen Heer am 21. November1220 vor der Leostadt ein. Am folgenden Tage fand die Krö-nung des Kaisers und seiner Gemahlin in S. Peter statt. DieFeier war ausgezeichnet durch die Anwesenheit vieler italieni-scher und sizilischer Fürsten und Stadtvertreter.
Bereits am 25. November 1220 zog der Kaiser mit seinemseit 21. November ruhig am Monte Mario lagernden Heere ab.Keinerlei Reibungen oder gar Kämpfe kamen vor.
Gregorovius schreibt von dieser Krönung: „Sie sollte dielange Reihe von Kaiserkrönungen alten Systems beschließen.Denn das alte deutsche Reich, seine Größe und weltgeschicht-liche Bedeutung endigte im Enkel Barbarossas“.
Kaiser Friedrich kam im Jahre 1240 noch einmal in dieNähe von Rom. In Rom selbst ist er nicht wieder gewesen.