Teil eines Werkes 
2 (1933) Von der Zeit des Kaisers Konstantin bis auf die Neuzeit
Entstehung
Seite
831
Einzelbild herunterladen
 

Krönungen 1220 bis 1530

Kapitel VI.

831

Krönungen 1220 bis 1530.

einrich VII. (13081313) wurde am 29. Juni 1312als Kaiser gekrönt.

Graf Heinrich von Luxemburg wurde nachder Ermordung des deutschen Königs Albrecht I. (von Österreich) durch dessen Neffen Johann (Parricida), aufVeranlassung des Erzbischofs von Trier zum deutschen Königgewählt.

Der nicht deutsch, meist französisch sprechende, auch desItalienischen einigermaßen mächtige, König Heinrich VII. wurdeam 6 . Juni 1309 in Aachen als deutscher König gekrönt.

Am 2. Juni 1309 schickte Heinrich eine heimliche Gesandt-schaft an Clemens V., um unter anderem über einen Romzugdes Königs zu verhandeln. Das Ergebnis dieser Verhandlungenwurde am 26. Juni 1309 zu Avignon durch Eidesleistung derköniglichen Boten in die Hand des Kardinals Napoleon Orsini niedergelegt. Der Tag der Romfahrt wurde auf das Fest MariäReinigung (2. Februar) vereinbart.

Der Wunsch Kaiser Heinrichs und die furchtbare Zerrissen-heit Italiens, besonders auch Roms *), drängten zur Beschleu-nigung des Romzuges. Von allen Seiten, nicht nur aus Rom

*) Den Zustand Roms und Italiens hat König Heinrich persönlich ineiner urkundlich beglaubigten Aussprache folgendermaßen geschildert:Während und wegen der Abwesenheit des römischen Königs haben alleStädte und Gemeinden die Reichsrechte an sich gerissen; Bürgerkrieg hatsie verwirrt; mit jedem Tag heftiger werdende innere Parteiungen habensie zerfleischt; tyrannisches Walten hat sich ihrer bemeistert. Inmitten desWütens der Faktionen sind zahllose Bürger ausgetrieben, ihre Güter vonden Gegnern weggenommen, sie selber genötigt worden, in fremden Städtenum Brot zu betteln.