834 Römisches Kaisertum und Kaiserkrönungen
Wie der Kaiser auf weißem Roß, in weißen Gewändern mitseinem herabwallenden blonden Haar vom Aventin hinüberzogzum Lateran, und wie er dann der römischen Republik dieSicherheit beschwor, berichten die Zeitgenossen vielfach undausführlich. Von der im Lateran folgenden Krönung aberwissen wir nichts Zuverlässiges, außer daß die Kardinäle, welchedie Krönungszeremonien vollzogen, dieselben unter den Proteststellten, sie seien zu diesem Akt vom Papste nicht ermächtigt,und vom Volke gezwungen. Ferner wird überliefert, daß, alsder Kaiser nach vollendeter Krönung bei der Tafel auf demAventin saß, „spöttische Wurfgeschosse“ der ringsum liegendenFeinde auf die Höhe des Hügels fielen.
Am 20. Juli 1312 verließ Heinrich Rom, und nahm imMinoritenkloster in Tivoli einen Aufenthalt, welchen seine Ge-sundheit erheischte. Er ging noch einmal nach Rom zurückund wohnte beim Lateran. Am 20. August aber verließ er dieStadt.
Die erschütternden Kämpfe, Enttäuschungen, die unver-minderte Tatkraft des Kaisers in der Zeit bis zum August 1313zu schildern, ist hier nicht der Platz.
Der Kaiser erkrankte im August 1313 schwer. Er begabsich in das Bad Macereto unweit Siena . Von hier wurde ernach dem an der römischen Straße gelegenen Örtchen Buon-convento gebracht. Dort starb er am 24. August.
Im Dom zu Pisa wurde er in einem Sarkophag aus weißemMarmor auf hohem Untersatz bestattet.
II.
Ludwig der Bayer (1314—1347) wurde gekrönt am 18. Ja-nuar 1328.
Nach dem Tode Heinrichs VII. zerfielen die deutschenFürsten in zwei Parteien, welche jede am 25. November 1314sich zur Wahl versammelten, die eine in Aachen , die anderein Bonn. Die erstere wählte Ludwig den Bayern (Haus Wittels-bach), die andere Friedrich von Österreich , den Sohn König