Teil eines Werkes 
2 (1933) Von der Zeit des Kaisers Konstantin bis auf die Neuzeit
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Krönungen 1220 bis 1530

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Albrechts. Beide Gewählte waren Enkel Rudolfs von Habs-burg. Im Jahre 1322 entschied die Schlacht bei Ampfing (oderMühldorf) den Krieg der beiden Könige zugunsten Ludwigs.Papst Johann XXII. in Avignon (13161334) entschied sichgegenteilig und tat Ludwig in den Bann. Im Jahre 1325 ver-söhnte sich Ludwig mit dem besiegten Gegner und nahm ihnals Mitkönig an. Der Papst aber blieb feindlich und betriebLudwigs Thronentsetzung, besonders auch durch Beeinflussungder italienischen Machthaber, namentlich in Toscana .

Boten aus Italien , von dortigen Ghibellinen entsendet, be-schworen König Ludwig zu einem Romzug, um die römischeHerrschaft und die Kaiserkrone an sich zu nehmen.

Ludwig versammelte im Februar 1327 in Trient ein glän-zendes Parlament, das zugleich ein Konzil war. Hier wurdeder Romzug beschlossen.

Am 14. März 1327 brach Ludwig gegen Rom auf, begleitetvon den italienischen Ghibellinen, als erklärter Feind desPapstes. Aber durch große und unerwartete Kämpfe mußteder Zugang nach Rom erkämpft werden, und erst am 7. Januarkonnte Ludwig in Rom einrücken.

Der Einmarsch geschah mit ansehnlicher Heeresmacht indie Leostadt.

Am 18. Januar (Sonntag) 1328 fand in der vatikanischenBasilika die Krönung des Königs und seiner Gemahlin Margaretastatt. Die Umstände waren gänzlich verschieden vom Her-kommen.

Der König nahm die Kaiserwürde unter den Insignien vonDiadem und Scepter vom römischen Volke entgegen. Der ersteBevollmächtigte der Stadt, Sciarra Colonna , setzte ihm dieKrone auf. Jacopo Alberti, Bischof von Castello in Venedig,salbte den Gekrönten unter Assistenz des Bischofs von Aleria.Auch die Gemahlin des Kaisers wurde mit der Krone geschmückt.

Auf dem Platz vor Aracoeli fand das festliche Bankett statt,worauf der Kaiser die Nacht auf dem Capitol zubrachte. Am