Teil eines Werkes 
2 (1933) Von der Zeit des Kaisers Konstantin bis auf die Neuzeit
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Römisches Kaisertum und Kaiserkrönungen

wegen der geistlichen Rechte. In Siena traf der Kaiser mitseiner Braut Eleonore von Portugal zusammen.

Mehrere Millien vor Rom erwarteten den König die vor-nehmsten Barone mit dem Senator, dem Pr. äfekten, den ange-sehensten päpstlichen und städtischen Beamten. Am MonteMario empfingen ihn Kardinäle, Prälaten, Klerus. Die Nachtverbrachte er in der Villa des Florentiner Kaufmanns MarcoSpinelli, um am folgenden Morgen, den 9. März, durch PortaCastello in die Leostadt einzuziehen.

Der Einzug wird folgendermaßen geschildert:

Der König schritt, von den Kardinälen und Würdenträgernumgeben, unter einem Thronhimmel einher, während dasReichsschwert ihm vorgetragen wurde. Auf elfenbeinernemStuhle sitzend empfing der Papst ihn auf den Stufen der vati-kanischen Basilika, wo Friedrich ihm eine reiche Spende Goldesdarbot. Die Wachen an den Toren wie im Castell und amSenatorenpalast waren verstärkt worden, aber die Vorsicht er-wies sich als unnötig. Friedrich hatte ein zahlreiches Gefolge.Der junge König von Ungarn , Ladislav der Nachgeborene, Al-brechts von Österreich und der luxemburgischen ElisabethSohn, den er gegen den Willen und die Vorstellungen jenesVolkes nicht in sein Erbreich zurückkehren ließ, und sein eig-ner Bruder, Herzog Albrecht, standen an der Spitze der Be-gleiter, deren Zahl auf 6000 geschätzt wird. Dann erfolgte dieVermählung Friedrichs mit Eleonore. Zwei Tage darauf, amSonntag Laetare, fand die Kaiserkrönung statt, zu welcher mandie deutschen Reichsinsignien herbeigeschafft hatte. Nach derZeremonie begleitete der Kaiser den Papst in die Engelsburg,wo er viele Edle zu Rittern schlug, und ritt hierauf zum La-teran, wo das Gastmahl bereitet war. Am Abend begab er sichin den Palast bei St. Peter, welchen die Kaiserin nicht verlassenhatte.

Von Rom begab sich Friedrich nach Neapel zum Besuchebei König Alfons. Am 23. April kehrte er zurück und reistedrei Tage später über Florenz in die Heimat.