Umschau und Rückblick im Jahre 816 851
Nicht geringer waren die Verdienste Hadrians um dieWasserversorgung. Seit der Gotenzeit waren die Aquäduktezeitweise völlig verfallen. Den Brunnen des S. Peter und dasBad für die Osterpilger mußte man deshalb durch Wasser ver-sorgen, welches man mühsam in Fässern herbeibrachte. Hadrian stellte die Claudia und die Aqua Virgo wieder her. Er bauteeine neue Leitung, Jobia genannt, und führte die Aqua Virgoauf Bogen durch das ganze Marsfeld *).
Besonders gepriesen wird auch Hadrians großartige Für-sorge für die prunkvolle Ausstattung S. Peters.
„Am Apostelgrabe standen silberne Heiligenbilder. DerPapst ersetzte sie durch Figuren aus massivem Gold, welche denHeiland, die Jungfrau, S. Peter, S. Paul und Andreas vorstellten.Er erneuerte den ganzen Ornat der Basilica mit überschweng-licher Pracht. Bei Festen hingen Teppiche in Purpur und Goldzwischen den Säulen der Schiffe nieder. Zu Weihnachten undOstern, am Fest der beiden Apostel und am Jahrestage desPapstes zündete man den riesigen Leuchter an, welcher in Ge-stalt eines Kreuzes vom versilberten Querbalken des Triumph-bogens über der Confession herabhing. Wenn dann seine1370 Flammen brannten, verdiente er in der Tat den Namendes großen Pharus oder Leuchtturms“.
In kirchlicher Bautätigkeit und Schmuckbereicherung standPapst Hadrian überhaupt hinter seinem Nachfolger Leo kaumzurück. Es gab keine Titelkirche oder Diakonie, welche ernicht ausgeschmückt hätte. Einer jeden derselben schenkte erzwanzig tyrische Teppiche zum Ausspannen zwischen denSäulen.
Die Prachtteppiche mit eingestickten Historien warenfremden Ursprungs. Ihre Kunst stammte aus dem Orient, undsie wurde namentlich in Byzanz und Alexandria eifrig betrieben.Die griechischen Seestädte Italiens vermittelten den Handel
*) Das Marsfeld muß demgemäß damals schon ziemlich stark bevölkertgewesen sein.