Die Sarazenen
855
polis. Ein Landhaus, das er sich wenige Millien vom Strandein der Richtung nach Rom erbaute und dessen Name Dracoder heutigen Tenuta geblieben ist, während jener der Gregor-stadt bald vergessen ward, verkündet, wie lebhaftes Interesseer an der Gegend nahm, indem es zugleich von seinem Glaubenan die durch seine Anlagen wiederhergestellte Sicherheit Zeugnisablegt.
Dieser Glaube aber wurde getäuscht unter der Regierungseines Nachfolgers Sergius II. , welche im Jahre 844, vier Jahrenach dem Tode Ludwigs des Frommen, begann, und zwardurch einen im Jahre 846 erfolgenden furchtbaren Einfall derSarazenen in die Stadtteile des rechten Tiberufers.
II.
Im August 846 segelte eine sarazenische Flotte in die Tiber-mündung. Die päpstlichen Wachen in Neu-Ostia wurden über-mannt. Während ein Schwarm Sarazenen von Civita-Vecchiaauf Rom rückte, schiffte ein anderer den Fluß hinauf.
Die Sachsen , Langobarden, Friesen und Franken, welcheim vaticanischen Borgo (Burgus) angesiedelt waren, erlagen derÜbermacht, worauf die Sarazenen ungehindert den S. Peterplünderten.
„Dieses Schutzhaus des christlichen Kultus, welches wederGoten noch Vandalen, noch Griechen oder Langobarden an-getastet hatten, wurde jetzt die Beute eines Räuberschwarmsvon Afrikanern“. (Gregorovius.)
Der Reichtum der dort aufgehäuften Schätze muß alleVorstellungen übertroffen haben. Seit Konstantin hatten dieKaiser, die Fürsten des Abendlandes, die Karolinger , die Päpstedorthin Weihgeschenke jeder Art in grenzenloser Verschwen-dung gestiftet, sodaß der Petersdom als das größte Museumder Kunstwerke von fünf Jahrhunderten und zugleich als diereichste Schatzkammer der Welt gelten konnte.
Alle diese Schätze wurden von den Sarazenen hinweg-geführt. Sie rissen selbst die silbernen Platten von den Türen,