Teil eines Werkes 
2 (1933) Von der Zeit des Kaisers Konstantin bis auf die Neuzeit
Entstehung
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Die Stadt Rom 816 bis 1009

liehen Sturm. Die feindlichen Schiffe wurden zerstreut oderversenkt. Viele Mauren erlitten an den tyrrhenischen InselnSchiffbruch und wurden dort niedergemacht. Viele gerietenin die Gewalt der römischen Hauptleute. Man richtete sie inOstia hin, oder führte sie in Ketten nach Rom .

Wie einst die Griechen Siziliens nach dem großen Siegebei Himera sich der gefangenen Karthager beim Bau der Tempelin Agrigent und Selinus bedient hatten, so zwangen jetzt dieRömer jene Sarazenen zum Frondienst beim Bau ihrer vatikani-schen Stadt.

Rom hatte wieder Kriegssklaven, die einem nach vier-hundert Jahren zum ersten Mal wieder errungenen Triumphden sensationellsten Stempel verliehen.

Der Sieg bei Ostia , 849, an welchem auch päpstliche Ga-leeren teilgenommen hatten, wurde in den Kirchen Roms unterfestlichen Dankgebeten als Wundertat des Apostelfürsten ge-feiert. Rafael Sanzio hat diesen Seesieg in demselben vatikani-schen Saal verewigt, in welchem der Brand des Borgo leuchtet.

Ein Jahr vor jener Seeschlacht war die Wiederherstellungder römischen Mauern begonnen worden. Die drohende Ge-fahr spannte alle Kräfte an. Der Papst zeigte persönlich dengrößten Eifer, indem er die Arbeiten besichtigte und zur Eiletrieb.

Alle Tore wurden verstärkt und mit Riegeln versehen, fünf-zehn zerfallene Türme neu gebaut, zwei am portuensischen Toran beiden Flußufern so errichtet, daß eine Kette zwischen ihnenausgespannt werden konnte.

Aber das ruhmvollste Unternehmen Leos war die Befesti-gung des vatikanischen Gebiets, ein Ereignis in der Geschichteder Stadt, wodurch die Civitas Leonina entstand, ein neuer TeilRoms und eine neue Festung, die in den folgenden Jahrhundertenvon großer Wichtigkeit wurde.

Als der Kaiser Aurelian Rom ummauerte, war das Bedürf-nis, den Vatikan einzuschließen, nicht vorhanden. Dieses Ge-