Teil eines Werkes 
2 (1933) Von der Zeit des Kaisers Konstantin bis auf die Neuzeit
Entstehung
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Die Sarazenen

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biet blieb völlig offen und außerhalb der Stadt. Auch nach-dem dort der Dom S. Peters gegründet war und um ihn herKlöster, Hospitäler, Wohnungen mancher Art entstanden waren,und neben ihr die Fremdenkolonien sich niedergelassen hatten,dachte noch kein Papst daran, diesen Bezirk durch Mauern zuschützen. Nach der Plünderung von 846 aber war das Bedürf-nis handgreiflich geworden, und der Papst schritt nunmehrenergisch zur Aufstellung eines Planes. Er legte denselben demKaiser Lothar vor, ohne dessen Zustimmung er ein so großesWerk nicht zu unternehmen wagte. Der Kaiser unterstützteihn bereitwillig mit Geldmitteln. Hierauf wurde der kost-spielige Bau so verteilt, daß die einzelnen Orte des Kirchen-staats, alle Domänen der Kirche wie der Stadtgemeinde, unddie Klöster einen bestimmten Teil der Kosten übernahmen.

IV.

Gregor IV. hatte Ostia erneuert, Leo IV. richtete Portuswieder auf. Diese berühmte Hafenstadt Roms war fast hinweg-geschwunden. Nur als Schatten und Name erhielt sie sich inden Sümpfen des Tiber , weil sie ein uraltes Bistum war, und dieKirche S. Hippolyts auf der heiligen Insel wie jene der SantaNymfa am Ufer noch fortdauerte. Nachdem die Sarazenenauch die letzten Bewohner verjagt hatten, sah Leo IV. mitKummer den völligen Verfall dieses Hafens. Er umgab Portusmit neuen Mauern und richtete neue Gebäude in dem Orte auf.Zugleich kamen ihm viele aus ihrem Eilande durch die Arabervertriebene Korsen (Korsikaner) wie vom Himmel geschickteKolonisten. Ein förmlicher Vertrag wurde mit ihnen ab-geschlossen und Rom siedelte wieder eine Kolonie an. Nachdemden Korsen Portus mit Ländereien, Vieh und Pferden, durchpäpstliche Urkunde und unter Bestätigung der Kaiser Lotharund Ludwig übergeben worden war, zogen sie dort im Jahr 852als freie Besitzer und Dienstmannen der Kirche und S. Petersein.

Die junge Kolonie erlag indessen bald der Fieberluft unddem Schwert der Sarazenen.

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