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Tage, segelte hierauf selbst mit der Flotte von Portus ins Meer,auf die Mohamedaner am Cap der Circe , nahm ihnen 18 Schiffe,befreite 6 oo Christensklaven und tötete eine Menge von Feinden.
Dies war das erste Mal, daß ein Papst als Admiral in denKampf zog.
Im Frühjahr 878 eintretende Ereignisse zwangen jedochJohann VIII. zur Flucht nach Frankreich und zerstörten seinePläne. Ehe er Rom verließ, sah er sich sogar genötigt, von denSarazenen den Frieden zu erkaufen. Er zahlte ihnen einenjährlichen Tribut von 25 000 Mancusi Silber.
Noch fast ein halbes Jahrhundert hielten sich die Sarazenenin Mittelitalien, insbesondere in einer Anzahl von Bergfestenund Stadtburgen in der Nähe von Rom, namentlich in einemvon ihnen erbauten großen Kastell bei den Ruinen von Mintur-nae am Garigliano. Von dort aus verbrannten sie 884 auch dasKloster Monte Cassino.
VIII.
Zu Beginn des 10. Jahrhunderts machten die Sarazenenvom Garigliano her neue Vorstöße gegen Rom. Sie fuhren fort,Campanien, die Sabina und Tuscien zu verwüsten, und ihreZüge waren zugleich eine beständige Bedrohung Roms.
Die Mauern der Stadt sicherten diese selbst, dank den Be-mühungen früherer Päpste. Aber die ganze Umgegend war, wieein Zeitgenosse schreibt, „nur ein sarazenisches Brandmal“.Besonders bemerkenswert ist die in jener Zeit nicht selteneErwähnung verlassener Kirchen („in desertis posita“) in dernächsten Nähe Roms.
Die Benediktiner-Abtei Farfa (nördlich von Tivoli) wardamals, nächst dem lombardischen Nonantula, die schönsteItaliens. Die prachtvolle Hauptkirche umgaben fünf andereBasiliken, während ein kaiserlicher Palast und zahlreiche Woh-nungen im Klosterbezirk lagen. Innen und außen erhoben sichSäulengänge (arcus deambulatorii) zum Lustwandeln der Mönche