Teil eines Werkes 
2 (1933) Von der Zeit des Kaisers Konstantin bis auf die Neuzeit
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Die Stadt Rom 816 bis 1009

Selbst der byzantinische Kaiser unterdrückte seinen Grollund reichte dem Kaiser der Römer die Hand.

Der junge Constantin hatte eine Flotte ausgerüstet undunter den Befehl des Strategen Nicolaus Picingli gestellt. Indemein großer Teil Calabriens und Apuliens den Griechen wiedergehorchte, war es der byzantinischen Regierung erwünscht,kriegsgerüstet in Unteritalien aufzuziehen.

Picingli brachte im Frühjahr 916 den Herzogen von Gaeta und Neapel den noch immer begehrten Titel des Patricius, be-wog diese ehemaligen Freunde der Sarazenen, an der Liga Teilzu nehmen, und stellte dann seine Flotte vor der Mündung desGarigliano auf; das süditalische Landheer nahm unterhalb dersarazenischen Festung nach der Meeresseite seine Stellung ein.Von der Landseite rückten die Truppen heran, welche Johann X. in Person führte. Mit unermüdlicher Tätigkeit hatte der Papstdie Milizen Roms , aus Latium, römisch Tuscien, der Sabina,und allen seinen Staaten aufgeboten, und mit denen vereinigt,welche Toscana und Spoleto sandten. Dieses Heer befehligtender Senator Theophylact und Alberich. Diese Übermachtschlug die Sarazenen aus der Sabina heraus, und dort wie in derlatinischen Campagna entbrannte der erste Kampf.

Die Langobarden von Rieti unter Agiprands Führungwarfen sich bei Trevi auf die Feinde, die Milizen von Sutri undNepi fochten tapfer bei Baccano, bis die Mohamedaner ge-zwungen wurden, nach dem Garigliano zu entweichen.

Im Juni 916 begann der Sturm gegen die Schanzen derSarazenen, die sich noch zwei Monate lang verteidigten. OhneAussicht auf Entsatz von Sizilien her, beschlossen sie endlich,sich einen Weg ins Gebirge zu bahnen. Sie zündeten nachtsihr Lager an und stürzten heraus, aber sie fielen unter dasSchwert der ergrimmten Christen oder in Gefangenschaft, undwas sich in die Berge gerettet hatte, wurde dort vertilgt.

So verschwand dies Raubnest am Garigliano, nachdem esmehr als 30 Jahre lang der Schrecken Italiens gewesen war.Seine Zerstörung ist die ehrenvollste Nationaltat der Italienerim 10. Jahrhundert, wie es der Sieg bei Ostia im 9. gewesen war.