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II.
Uber Paschalis I. , den höchst leidenschaftlichen tapferenund skrupellosen Vorkämpfer unbeschränkter Papstmacht,welcher am 1 6 . Februar 824 inmitten heftigster Fehde mit demKaiser Lothar , nach einer inhaltvollen und schweren Regierung,starb, sagt F. Gregorovius:
„Paschalis I. starb unter ähnlichen Verhältnissen wie Leo III. Auch er ging an dem Widerspruch der weltlichen und geist-lichen Gewalt des Bischofs zugrunde“.
Die Römer, deren Haß Paschalis auf sich geladen hatte,ließen nicht zu, daß seine Leiche im S. Peter beigesetzt wurde,und sein Nachfolger mußte sie in einer anderen, von Paschalis selbst erbauten oder erneuerten Basilika bestatten, wahrschein-lich in Santa Prassede .
Hinsichtlich der Regierungstätigkeit Leos IV. (847—855)ist zu sagen, daß ein großer Teil seiner Wirksamkeit, nament-lich auch seiner Bautätigkeit, außerhalb der Stadt Rom liegt unddeshalb auch außerhalb des Bereiches unserer Darstellung *).
Aber es muß hier doch ein Ereignis erwähnt werden, wel-ches sich in der letzten Lebenszeit des großen Mannes in Rom begab und welches dem Papste zur größten Genugtuung ge-reichte.
Der angelsächsische König Ethelwolf (Wessex) und dessenjunger Sohn Alfred **) trafen mit großem Gefolge und unterköniglichem Gepränge in Rom ein. Der britische König kam,um von dem römischen Papst gesalbt und gekrönt zu werden.
Mit größter Feierlichkeit fand der eindrucksvolle Akt statt.
Ein Jahr lang verweilten diese vornehmen Gäste und treuenDiener der Kirche in Rom . Ihre Anwesenheit gereichte dem