Teil eines Werkes 
2 (1933) Von der Zeit des Kaisers Konstantin bis auf die Neuzeit
Entstehung
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Die Stadt und das Papsttum 816 bis 904 869

Papst und der Kirche zur Stärkung ihres Weltansehens und denRömern zur inneren Stärkung aber auch zur großartigen Hilfemit reichen Geldmitteln. Besonders tat der britische Königalles, was er konnte, um der Angelsachsenkolonie den Wieder-aufbau ihrer Häuser und ihrer Kultusstätten in dem abgebrann-tenBurgus zu ermöglichen.

Von großer Wichtigkeit und unabsehbarer Tragweite wares, daß Ethelwolf der römischen Kirche den Peterspfennigfeierlich bestätigte. Seither wurde dieser eine regelmäßigeSteuer, welche das englische Volk an Rom entrichtete.

Leo starb am 17. Juli 855. F. Gregorovius widmet ihmden Nachruf:Wie ein zweiter Aurelian glänzt dieser ausgezeich-nete Mann in der Geschichte der Stadt vor allem durch dieWiederherstellung und Erweiterung ihrer Mauern. Er hättesich mit vollem Recht Restaurator Urbis nennen können. SeinAndenken dauert in Rom mit der Leostadt fort.

III.

Nach dem Tode Leos IV. wählte die Mehrheit der Römerden Kardinal Benedikt von S. Calixtus, der sofort in feierlicherProzession nach dem Lateran geführt wurde.

Die Wahl wurde den beiden Kaisern (Lothar und Ludwig)in einem von den Vertretern des Klerus und des Adels Unter-zeichneten Dekret angezeigt, welches durch eine besondereDelegation an die Kaiser entsendet wurde.

Aber der von Leo IV. abgesetzte Kardinal Anastasius , einnoch immer mächtiger Mann, welcher nach der Papstkronestrebte und eine Partei in Rom unterhielt, hatte bereits eineGegenbewegung organisiert. Es gelang ihm, die Boten desPapstes Benedikt in Ketten zu legen. Er selbst ritt in bewaff-neter Macht über das neronische Feld und durch das Tor St.Peregrinus in die Leostadt ein.

Während Benedikt im Lateran seiner Bestätigung durchdie Kaiser entgegen sah, drang Anastasius in den S. Peter, undmachte dort zunächst seiner Rache und seiner Neigung alsBilderstürmer Luft.