Teil eines Werkes 
2 (1933) Von der Zeit des Kaisers Konstantin bis auf die Neuzeit
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Die Stadt Rom 816 bis 1009

Marozia herrschte jetzt mit ihrem Sohn erster Ehe, Alberich,allein in der Stadt.

Im Jahre 932 heiratete Marozia den König Hugo. DieHochzeitsfeier wurde in der Engelsburg begangen, wo die Neu-vermählten auch ihr Beilager hielten.

Bei der Hochzeitstafel beleidigte Hugo den Alberich durcheinen Schlag ins Gesicht, weil der jünglinghafte Stiefsohn ihmnicht genügend untertänig begegnete, worauf dieser die Römerauf forderte, sich von der Herrschaft eines "Weibes und einesBarbaren zu befreien. Sofort wurde die Engelsburg gestürmt,so daß Hugo sich an der Seite, wo die Burg mit der Stadtmauerzusammenhing, herabließ und nach seinem Heere eilte (932).Marozia wurde von ihrem Sohne verhaftet und als Gefangenegehalten. Alberich erhielt die Herrschaft von Rom unter demTitel Senator und Fürst aller Römer (Senator et omnium Ro-manorum princeps). Auch den Titel eines Patricius führte er.

III.

Im Jahre 945 wurde zwischen Hugo und Alberich einFriede geschlossen, über welchen wir nichts genaueres wissen.Wir wissen, daß die Feindschaft zwischen Hugo und Alberichbis dahin in unausgesetzten Kämpfen fortbestanden hatte unddaß Hugo fortgesetzt Orte in der Nähe von Rom wegnahm,daß ihm aber Rom selbst widerstanden hatte.

Wir wissen ferner, daß Hugo seinen Sohn Lothar als Mit-regenten der italienischen Königsherrschaft eingesetzt hatte, aberseit 946 als überlegener Gegenkönig den Markgrafen Berengar II. von Ivrea erdulden mußte, der mit einem in Deutschland ge-worbenen Heer, im Beistand der lombardischen Großen Italien unterwarf. Endlich wissen wir, daß etwa im Jahr 950 Hugoauch sein Scheinkönigtum abwarf und nach der Provence floh.

Im Jahre 950 starb plötzlich zu Turin Lothar, der Mit-regent seines Vaters Hugo, unter Hinterlassung seiner WitweAdelheid, der Tochter Rudolfs von Hochburgund.