Das zehnte Jahrhundert
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Berengar II. (Enkel Berengars I. von Friaul, König von Italien950), unternahm es, die Witwe Lothars, die Königin Adel-heid "■), zur Ehe mit seinem Sohn Adalbert zu zwingen. Adel-heid weigerte sich, worauf Berengar sie gefangen setzte. Adel-heid entkam aber nach dem festen Schloß Canossa und rief dendeutschen König (späteren Kaiser) Otto I. um Schutz und Hilfean (951). König Otto sagte beides zu und machte sich auf denWeg nach Rom , unter dem Schein, dorthin pilgern zu wollen(der Chronist schreibt: Romam pergere simulavit). Von Ober-italien aus, wo er sich die Lombardei unterwarf, schickte OttoGesandte nach Rom , welche seinen Empfang dort vorbereitensollten. Dieselben kehrten mit der Kunde zurück, daß OttosBesuch in Rom nicht erwünscht sei. König Otto I. nahminfolgedessen von der Absicht einer Romreise Abstand.
Um Weihnachten 951 vermählte sich König Otto I. mitder burgundischen Königstochter und römischen KönigswitweAdelheid. Das Weihnachtsfest wurde in Pavia gefeiert, woOtto sich noch Anfang Februar 952 befand, dann zog er überComo und Zürich, dann den Rhein hinab durch das Elsaß , so-dann nach Magdeburg , wo sich das königliche Paar bis in denJuni auf hielt.
Große Kämpfe mit inneren und äußeren Feinden nahmenOtto in Anspruch und hielten ihn lange Zeit fern von Italien .
IV.
Alberich herrschte in Rom ruhig bis an seinen Tod (954)und es folgte ihm sein Sohn Octavian, welcher später alsJohann XII . den päpstlichen Stuhl bestieg (95 6 —964).
Ranke schreibt darüber:
Von einem im allgemeinen wohl unterrichteten Zeit-genossen wird erzählt, Alberich habe kurz vor seinem Tode dieRömer verpflichtet, seinen Sohn Octavian bei der nächstenVakanz zum Papste zu wählen. Diese Notiz wird von den
:f ) Adelheid (heilig gesprochen als Santa Adelaida ) geboren 931, Gattindes Königs Lothar von Italien von 947—950, des Königs und KaisersOtto I. von 951—973, gestorben 13. Dezember 999.