Teil eines Werkes 
2 (1933) Von der Zeit des Kaisers Konstantin bis auf die Neuzeit
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Die Stadt Rom 816 bis 1009

Der Kaiser unternahm einen neuen Zug nach Italien (im Herbst966 ). Als die Römer von seiner Ankunft hörten, erregte Jo-hannes, Sohn des Crescentius, eine Gegenrevolution; Roffredkam um, und der Papst wurde wieder nach Rom zurückgerufen(September 966). Otto zog dennoch gegen Rom und bestraftedie Empörer mit der äußersten Strenge. Mehrere Konsuln wur-den nach Deutschland verbannt; zwölf Vorsteher des Volkeswurden gehängt; andere erlitten Blendung oder sonstige Leibes-strafen.

Kaiser Otto I. blieb von 966 bis 972 in Italien und war indieser Zeit mehrere Male in Rom. Von diesen Rombesuchensind hervorzuheben: derjenige vom Dezember 966, als er seinenSohn Otto (II.) dem Papst zuführte, der demselben die Kaiser-krone aufs Haupt setzte, und ferner derjenige von 972, als dieVermählung des 17 jährigen Kaisersohnes mit der griechischenPrinzessin Theophano (am 14. April) vollzogen und in glänzen-den Festen gefeiert wurde.

Nach dem Hochzeitsfeste kehrte Kaiser Otto I. mit seinerganzen Familie nach Deutschland zurück, wo er am 7. Mai 973in Memleben starb.

In Rom war Papst Johann XIII. am 6 . September 972 ge-storben und an seine Stelle Benedict XI., ein Römer, getreten.

VII.

Nach dem Tode Ottos I. verschwand in Rom auch dieFurcht vor des Kaisers Gewalt, welcher bis dahin Ruhe erhaltenhatte. Die Stadt wurde wieder Schauplatz der Parteikämpfeunter den Großen, deren Macht vorzüglich in den Besitzungenund Lehensherrschaften in der Umgegend Roms bestand.

Zuerst erhob sich Crescentius, Sohn der Theodora (duxoder comes), welcher Herr von Nomentum war. Seine Parteisuchte, dem Einflüsse der deutschen Kaiser gegenüber, die Inter-essen, die Unabhängigkeit und Zügellosigkeit der römischenGroßen zu erhalten, wobei ihre Macht in Rom selbst vor-züglich auf dem Besitze der Engelsburg beruhte, und außerhalbRoms in ihren Besitzungen in der Sabina sowie in ihrer Verbin-